Dienstag, 9. Februar 2010

Das Bartender Labor geht leise schlafen...



Sehr geehrte Leser des Bartender Labors,

Ich habe mich entschieden, die Fesseln, des zwanghaften Blogschreibens, das befriedigen von anonymen Lesern und das exibitionistischen Darstellens meiner Seele ein Ende zu setzen.

Zu viele Verstimmungen, falsche Meinungen und Missverständnisse hat es in den letzten Monaten gegeben. Es ist im Endeffekt doch schlichtweg das beste sich unter vier Augen zu treffen und Dinge zu besprechen.

Nun tausche ich Mein Bloggerleben gegen einen großen Brocken Freizeit ein. Ein Stück Freiheit. Ein tolles Gefühl! Wenn man bedenkt, dass wir die letzten 1,5 Jahre eine Projekt geführt haben, welches wir völlig ohne kommerzielle Absichten betrieben haben, mussten wir uns teilweise wüsten Beschimpfungen Aussetzen.
Schade, dass es manche Menschen gibt, die nimmersatt von Dingen sind, die sie als selbstverständlich sehen...

Dies wird für mich auch ein Schritt in eine Zukunft in welcher man auch mal wieder einen Drink genießen kann ohne ständig über die Spirituosen nachdenken zu müssen.
Ein wenig Ballast abwerfen um höher fliegen zu können.
Wenn ich meine Wohnung aufräume fühle ich mich an saubersten und am produktivsten.

Es waren viele bemerkenswerte Moment dabei aber im Moment, hat das Bloggen nicht mehr den selben Wert, den er vor 2 Jahren einmal hatte...
Der Sinn hinter einem Blog war für mich immer Barbetreibern und Bartender unter die Arme zu greifen Tipps zu geben und auszutauschen.

Wenn ein Bacardi Artikel dabei ist, heißt dies nicht, dass mein Hintern mit einer Fledermaus tätowiert ist, sondern schlichtWegs, weil sehr viele Bars diese Spirituose im Regal stehen haben und so einen Ratschlag ausprobieren können.

Das Likör Tasting werde ich noch auf diesem Blog veröffentlichen allerdings nur als Hitliste und als Tasting Notizen-Tabelle.


Vielen Dank an alle Leser ich wünsche Euch alles Gute! Ab jetzt habe ich auch in Zukunft mehr Zeit Eure Fragen oder Wünsche über Facebook zu beantworten. Und wenn ich mir dabei Zeit lasse bitte einfach nochmals daran erinnern. Manchmal lasse ich Sachen außerhalb des Berufes einfach liegen und verliere sie dann leider aus den Augen.

So nun versuche ich es auch einmal in bester Joerg Meyer Manier:



Blogging Modus off - Privat Leben on.....

Donnerstag, 4. Februar 2010

Aus die Maus



Tja, was soll ich euch groß sagen...viele haben ja schon vermutet, daß beim Bartender Labor zur Zeit nicht alles rund läuft. Und tatsächlich haben unsere internen Differenzen nun ein weiteres Opfer gefordert: meine Wenigkeit.

Das war's. Schluß, Aus, Ende.

Vielleicht werde ich irgendwann an anderer Stelle weiterschreiben, vielleicht auch nicht.
Auf jeden Fall möchte ich allen Bartender-Labor-Lesern noch viel Freude mit dem Blog wünschen.

Es war mir ein Fest Euch unterhalten zu dürfen!

The Barman Meets.....





Im Februar wird in Dresden die Education Stage "The Barman meets...!" erneut stattfinden. Ein neuer Termin, ein neuer Ort, eine neue Spirituose!
Diesmal dreht sich alles um "100 Agave Tequila" in Dresden. Am *22.02.2010 *wird im *Metronom* in der Luisenstraße 55 *ab 14:00 Uhr* sich die
Barszene treffen. Nach der gelungenen Erstveranstaltung letztes Jahr im Oktober, gilt es nun die hoch gesetzten Standards zu halten und noch weiter zu verbessern.
Damit dies auch gelingt wurden hochkarätige Profis eingeladen die den Gästen zeigen und veranschaulichen was es heißt ein "100% Agave Tequila" zu sein.

Den 1. Teil der Schulung übernimmt Tequilaprofi Sonja Erler. Sie wird erklären was ein "100% Agave Tequila" ist, wo er her kommt, wie man ihn verkostet und wie man ihn wahrnimmt.
Es werden dabei verschiedene Marken und Alterskategorien verkostet.
Abends wird Barprofi Mike Meinke aus der Triobar in Berlin zeigen wie man "100 Agave Tequila" in Cocktails umsetzt und so neue Geschmacksvarianten erzeugt. Zum Nachmachen gedacht!!!
Ein Get Together der besonderen Art!

Datum: 22.02.2010
ab 14:00 Uhr
Ort: Metronom
Luisenstraße 55
01099 Dresden
Preis: 35,00€
oder je 20,00€
verbindliche Anmeldung: meet@thebarman.de begrenzte Platzzahl

Mittwoch, 3. Februar 2010

Bier in der Bar ???

Es ist Zeit mal eine Lanze zu brechen. Ich weiß, dass fast jeder Barkeeper Bier und Wodka meidet wie der Vampir das Tageslicht und den Knoblauch. Dabei sollte ein gepflegtes Bier in einer gut sortierten Bar auf gar keinen Fall fehlen. Aber auch hier zählt, wie bei den Spirituosen natürlich in erster Linie die Qualität. Hier erlebe ich aber immer wieder, dass die Bars eher versuchen „Exoten“ ins Programm zu nehmen, damit man sich doch von den anderen Bars abhebt. Funktioniert aber nur dann, wenn auch der Geschmack stimmt.

Klar, gehe ich in eine Bar um anständige Mischgetränke zu mir zu nehmen. Es gibt aber eben auch immer den ein- oder anderen, der zwischendurch mal ein Bierchen braucht. Und für eine Bar ist es natürlich nahezu perfekt Flaschenbier zu servieren ohne teure Zapfanlage und alles was damit zusammenhängt.

Aber es scheint, dass die Barbetreiber einem Trend folgen, denn der Bierkonsum in Deutschland ist seit Jahren Rückläufig. Nun zeigte sich auch im Gesamtabsatz, dass dieser im Jahre 2009 um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr 2008 eingebrochen ist. Dieses Minus ist so stark, wie nie zuvor! Und die Tendenz zeigt weiter deutlich nach unten. Die aktuellen Zahlen wurden vom Deutschen-Brauer-Bund vorgelegt. Die deutschen sind von einer einst stolzen Biernation zu einem Volk von Kaffee- (Platz1) und Mineralwassertrinkern (Platz2) verkommen.

Jahr Bier
insgesamt je Einwohner
Millionen Hektoliter
Liter
1970 85,6
141,1
1980 89,8
145,9
1990 98,3
142,7
1991 113,9
141,9
1992 114,4
142,0
1993 110,3
135,9
1994 112,4
138,0
1995 111,0
135,9
1996 108,0
131,9
1997
107,7
131,2
1998
104,6 127,5
1999
104,8 127,6
2000 103,3
125,6
2001 101,0
122,6
2002 100,6
121,9
2003 97,2*
117,8
2004 95,7*
116,0
2005 95,1*
115,3
2006 95,5*
116,0
2007 91,9* 111,8
2008 91,1** 111,1

Es herrscht mittlerweile Alarmbereitschaft bei den deutschen Brauereien, so wird auf der einen Seite immer weniger Bier getrunken und auf der anderen Seite werden die Rohstoffpreise und Energiekosten immer höher. Ein Teufelskreis, der entweder zu Lasten der Angestellten mit Entlassungen oder zu Lasten der Konsumenten mit einem höheren Bierpreis abgefedert werden kann. Ebenso kommen der bisher verhaltene Sommer und das Rauchverbot hinzu. “Das macht uns wahnsinnig.”, so der Vizepräsident des Brauerbundes, Michael Weiß.

Da ich ja das Glück hatte eine Berufsausbildung als Brauer und Mälzer bei der Berliner Kindl Brauerei zu absolvieren und in diesem Beruf auch zu arbeiten, weiß ich ja worüber ich hier schreibe.

Das Deutschland an Qualität und Quantität in Sachen Bierherstellung, Sorten und Geschmacksvielfalt an erster Stelle steht ist klar.

Mein Bierfavorit kommt aber aus der Tschechoslowakei. Es ist das berühmte Budweiser.

Es hat für mich alles was ein Pils haben muss. Ein Dominater Pils Geschmack, angenehme süße und eine feine bittere Note und diese unglaublich kräftige Bernsteinfarbe. Und trotzdem hebt es sich von den anderen, zum Beispiel deutschen Bieren, ab.

Und das hängt damit zusammen, dass in damaligen Zeiten tschechische Brauereien finanziell nicht so gut aufgestellt waren, wie andere Westeuropäische Brauereien. Aus diesem Grund wurde natürlich gespart wo es ging. Und das wurde dann unter anderem bei der Filtration und Reifung des Bieres getan. Das hieß natürlich nicht, dass das Bier trüb war und dann so verkauft wurde. Nein, vielmehr wurde an der Reifung und somit am Abbau der Gärungsnebenprodukte gespart, so dass speziell das Budweiser dabei geschmacklich gewann. Glück im Ungluck. Der Nachteil ist aber dabei, dass zu diesen Nebenprodukten auch Fuselalkohole zählen. Die verursachen am nächsten Tag die berühmten Kopfschmerzen.

Aber es gibt zwei Nebenprodukte, die das Budweiseraroma ausmachen. Das ist Diacetyl und Ester.

Das Diacetyl hat einen zarten Honig- butterartigen Geschmack, dass im Budweiser sehr ausgeprägt ist. Das Ester bringt eine feine fruchtige Note hinein, die nur sehr leicht im Budweiser präsent ist. Beides harmoniert im Budweiser perfekt miteinander.

Ester ist vor allem aus dem Bayrischem Weißbier(Weizen)bekannt. Dort entfaltet es eine leicht bananige Note. Was andere wieder dazu bewog das Weizenbier mit einem kräftigen Schluck Bananensaft noch zu unterstützen. Aber ich schweife ab, dass soll hier nicht weiter ausgeführt werden.

Aber damit ich nicht zu sehr in den Chemieunterricht abgleite hier die Charakteristik des Gebräus:


Stammwürzegehalt: 11,5 %,


Alkoholgehalt: 5,0 Vol.%


Geschmack: Reichhaltige, komplexe Malzsüße kombiniert mit einer ausgeprägten, aber doch weichen und abgerundeten Bittere, sowie einem Gewürzgeschmack von Saazer Hopfen. Feiner sehr präsenter buttriger Geschmack. Die Bittere ist vorherrschend aber niemals harsch und nicht lange anhaltend. Der Nachgeschmack wirkt ausgewogen zwischen Malz und Hopfen. Rein.

Aroma: Schwer, mit komplexem Malz- und würzigem, blumigem Hopfenbouquet von Saazer Hopfen, sonst rein, etwas fruchtige Ester.

Aussehen: Sehr kräftig bernsteinfarben bis dunkel poliert goldfarben, sehr klar, mit einer kompakten, langen haltbaren, cremigen weißen Blume.

Es ist an der Zeit, ein tolles Bier in der Bar zu präsentieren, wo der Barkeeper genauso dahinter steht, wie hinter seinen tollen Spirituosen. Dafür muss man sich natürlich auch etwas mit Bier beschäftigen und viel probieren. Ganz so Komplex wie Wein ist das Bierthema aber nicht. Von daher muss man sich nur trauen. Was mich interessiert ist: Welches Bier habt ihr in der Bar? Und was waren die Gründe sich genau für dieses zu entscheiden? Oder warum gibt es bei euch gar kein Bier?

Jetzt jedenfalls werde ich mir jetzt erst mal ein schönes kühles Bier genehmigen.

Bis demnächst Euer Olaf

Wir verlosen 2 Tickets für das Whiskey Seminar des Barzirkel Münchens




Sehr geehrte Bartender Labor Leser,

Wie schon auf dem "Die Etwas Anderen Bartender Blog" beschrieben, veranstaltet der Barzirkel München ein Seminar rund um das Thema Whiskey Blending.
Auf dem Whiskey Festival in München dürfen die verschiedenen Qualitäten verkostet und dann am 7.März darf der eigene Blend erstellt werden...

Für detailierte Informationen gehts hier weiter auf den Barzirkel Blog

Auch bei uns im Bartender Labor gibt es 2 Tickets für dieses Seminar zu gewinnen. Ich geh hierfür nochmals zu den Ursprüngen der Bartenders Laboratory zurück....
Klaus St. Rainer und ich haben das Labor gegründet bevorzugt wegen unserer gemeinsamen Sympathie für die Welt des Sakes.

Deshalb geht es nun um Eure Kreativität in Sachen Sake oder wahlweise Japanischer Whiskey.
Ich prämiere den besten Sake oder Jap.Whiskey Cocktail hier auf dem Bartender Labor.
Zutaten Menge, Deko oder ähnliches ist unbegrenzt. Fotos und Videos werden gerne genommen und veröffentlicht.

Einsendeschluss ist bereits nächster Sonntag der 7.Februar, der Sieger wird hier auf dem Labor am Dienstag der 9.Februar bekannt gegeben.

Also auf gehts an fröhliche Japanese Style Shakin'

Alle Einsendungen bitte an Heissenarnd(et)aol.com senden.

Dienstag, 2. Februar 2010

Eiskugelformen Endlich In Deutschland Erhältlich!!



Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich habe es vor einigen Monaten bereits angekündigt, nun ist es endlich Gewissheit -Die begehrten Eiskugelformen, die in einer aufwendigen Aktion vor einem Jahr in Zusammenarbeit mit Barstuff nach Deutschland verschifft wurden und innerhalb einer Woche über 120 Anfragen hatten, sind nun endlich in Deutschland zu kaufen und dies in dreifacher Ausführung!!!

Bevor ich dieses Jahr wieder leer ausgehe habe ich meine fünf Formen bereits bestellt.

Um die Formen zu bestellen bitte hier clicken

Montag, 1. Februar 2010

I like...



...Admiral's Bar.
Wie fang ich das jetzt an? Zu schreiben, warum ich die Admiral's Bar im Berliner Admiralspalast toll finde, sollte eigentlich einfach sein - eigentlich. Allerdings stürmen mir gerade so viele Gedanken durch den Kopf, daß ich garnicht weiß, wo ich anfangen soll.

Außerdem beschleicht mich so etwas wie Ehrfurcht, wie auch jedesmal wenn ich unter den großen Kronleuchtern hindurch in den Innenhof des Admiralspalasts trete. Es ist, als würden mich die Geister der Vergangenheit begrüßen, einer prächtigen und prunkvollen Vergangenheit. Kaum bin ich durch die dunkle Kellertür zur Admiral's Bar getreten, bekomme ich Gänsehaut, laufen mir Schauer über den Rücken. Geht es nur mir so? Die Wände dieses Gebäudes scheinen ihre eigenen Erinnerungen zu haben, angefüllt mit der Geschichte des letzten Jahrhunderts und dem Lachen vergangener Tage. Zu gerne würde ich ihre Geschichten hören...

In der Bar angekommen, verstärkt sich dieses Gefühl noch. Wo bin ich? Wann bin ich? Ich vermute irgendwo in den 20er Jahren. Nichts hier ist modern, nüchtern, kühl. Jedes noch so kleine Detail scheint uralt zu sein - von den Gläsern, über die Aschenbecher bis hin zu den wunderschönen Glaskaraffen, die zum Verdünnen des Absinths auf jedem Tisch stehen. Und Absinth ist auch das große Thema dieser Bar. Neben einer besonderen Auswahl im Purausschank, gibt es natürlich auch eine feine Zusammenstellung an Absinthdrinks, erstellt vom Meister himself, Goncalo de Sousa Monteiro.

Überhaupt, die Drinks!
Ich stehe in dem Ruf, ein schwieriger Gast zu sein, was ich selbstverständlich bestreite. Ich bin der Meinung, genau zu sagen (und ich meine wirklich genau) was ich möchte, erleichtert es dem Menschen hinter Bar mich glücklich zu machen.
Bei Goncalo aber ist das nicht nötig, weil alles, ganz einfach alles, was er mir bisher vorgesetzt hat großartig war. Deshalb bestelle ich am Tresen der Admiral's Bar auch eigentlich nur noch Bartender's choice.

Nicht, daß es nicht genügend herrliche Drinks auf der Karte gäbe - ganz im Gegenteil. Ich hatte noch nie eine Karte in der Hand, deren Seiten so von süßen Verlockungen strotzten, wie diese. Moderne Interpretationen großer Klassiker, vergessene Schätze, sowie Eigenkreationen des großen Meisters überzeugen ganz schnörkellos und unpretentiös. Hier gibt es keinen neumodischen Schnickschnack und kein großes Tamtam. Es wird kein seelenloser Alkohol in Saft, Sirup und Limonaden ertränkt. Die Drinks überzeugen durch die Qualität ihrer genauestens gewählten Zutaten, die alle dazu dienen, den Charakter der Spirituose und des Drinks besser hervorzuheben.

Ihr merkt schon, ich bin ein Fan! Aber bevor ich mich vollends im Schwärmen verliere, hier noch ein paar Fakten:

Die Admiral's Absinth Bar befindet sich im Admiralspalast in der Friedrichstraße 101/102 in Berlin.
Geöffnet ist sie täglich ab 18.00 Uhr.

Ach ja, noch ein kleiner Tipp für alle, die zum ersten mal hingehen: Zur Bar gelangt ihr durch den großen Torbogen und im Innenhof scharf links die Treppe runter. Ja, es sieht aus wie eine Kellertreppe und nein, es hängt kein Schild darüber. Das hängt erst über der dunklen Tür im Keller, die zwar keinen Türgriff hat, aber eine Klingel.

Mit diesem Wissen gerüstet, solltet ihr euer Ziel sicher ereichen.

Wer etwas über die Geschichte des Hauses erfahren möchte, dem seien folgende Links empfohlen:


http://de.wikipedia.org/wiki/Admiralspalast

http://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?set=1&p=61&D1=Schweitzer&D2=Heinrich&D3=Admiralspalast%2C+Berlin


P.S. : Fotos werden nachgereicht!

Dienstag, 26. Januar 2010

Das große Likör Tasting - Teil 3 - Heute - Die Orangenliköre

Author: Arnd Henning Heissen

Nachdem wir die Schokoladenliköre im Purtest abgeschlossen haben, geht es nun weiter an die Orangenliköre. Hier habe ich in einen Pott gegriffen und eine wilde Mischung an Orangenliköre aus dem Hut gezaubert, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sein es preislich oder vom Geschmack her.

Ist aber der teuerste Likör auch immer der köstlichste? Was mag der grobe Durchschnitt der Gesellschaft am liebsten als pur Genuss?

Es gibt immer wieder Gäste, die gerne nach dem Essen einen Orangenlikör auf Eis zu sich nehmen um einen gelungenen Abend mit einem zweiten Dessert gebührend abzuschließen.

Die Teilnehmer diesmal sind: Giffard Agave Sec, Clement Orange Shrub, Angel D'or, Grand Marnier Cuvee Cent Anniversaire, De Kuyper Triple Sec & Grand Marnier Rouge.

Fangen wir an mit dem Agave Sec von Giffard:

Laut http://www.drinkmix.de/:

Giffard Agave Sec
alt
Eine feine Mischung aus Giffard Curacao Triple Sec und 100 % natürlichem mexikanischen Agavennektar.
Ideal für Cocktails mit Tequila wie die Margarita, die zur “Agave Sec Margarita” wird

Entworfen von Simon Difford (Diffordsguide), Bruno Giffard und Nick Gillet (Mangrove) ist Agave Sec der erste mit mexikanischem Agavensirup versüßte Triple Sec Likör.
Agave Sec behält den klassischen Geschmack von Triple Sec, kombiniert mit dem süßen, erdigen Geschmack der Agave. Mit einem 3 Mal niedrigeren Gl Index, ist Agavensirup eine gesunde Alternative zu Rohrzucker. Zudem benötigt man weitaus weniger, um das gleiche Maß an Süße zu erreichen. Er hat einen Alkoholgehalt von 40% Vol. und wird in Flaschen mit 500ml Füllmenge ausgeliefert.

Nase: volles Orangenaroma mit einem Hauch Mandarine und Clementine sowie einer honigsüßen, erdigen Note.

Gaumen: der sehr trockene Likör fühlt sich mit Spuren von gekochter aber auch frischer Orange auf dem Gaumen wunderbar seidig an. Der hohe Alkoholgrad fügt einen Hauch Pfeffer hinzu. Das warme Orangenfinish wird vom Geschmack von Honig und Gewürznelken dominiert.

Genussmöglichkeiten:
In Margaritas Agave Sec gewinnt seine Süße durch den Agavensirup, der gleichen Pflanze, aus der Tequila gewonnen wird, daher passt der Geschmack besser zu Margaritas als herkömmlicher Triple Sec.

Was sagt das Bartender Labor Tasting Team zum Aroma?
Orangenschale, leicht, mandarine, scharf, fruchtig, bitter, sprittig

Überzeugt der Agave Sec Geschmacklich?
Allgemein wird der Likör als sehr süß eingestuft, also eher mit Eis zu genießen. Auf der anderen Seite sehr bitter, daher wohl eher zum Mixen geignet, man sollte dabei allerdings nicht allzuviel zucker mehr zufügen. Der Agave Sec wird auch als sehr scharf vernommen, mancher hat sogar Tic Tac Orange dem Likör entnommen.

Fazit: Als Likör im Purgenuss wohl eher nicht zu empfehlen. Als Mixpartner könnte dieser Likör extrem spannend werden.

Gesammtnote:
2,2 aus 5


Als nächstes kommen wir zum:
Clement Liqueur Creole Shrubb Rhum Liqueur

Laut Drinkology:
Clement Creole Shrubb Rum LiqueurMartinique, 0,7 Liter, 40% Vol.










Eines der berühmtesten Produkte in der Clement Produktpalette ist der Creole Shrubb, dieser Likör ist eine harmonische Verblendung von alten und jungen Rums, Zuckerrohrsirup und Orangenschalen.
Die Herstellung erfolgt durch sehr langsame Mazeration in Eichenfässern.
Bestens geeignet um eine Vielzahl an Mixgetränken zu verfeinern.

Was meint das Bartender Labor Tasting Team zum Aroma?
brennt, sprittig, frisch , fruchtig, schwache orange, köstliche orange....
- wie man sieht gehen hier die Meinungen extrem auseinander, ein Likör, der extrem zu polarisieren weiß.

Wie schlägt sich der Orange Shrubb geschmacklich?
orangig, fruchtig, kräftig, sehr bitter, brennt, wenig aroma, orangenblüte, floral, rund mit orangen und vanillenoten.

Auch geschmacklich sprang der Orange Shrubb zwischen Himmel und Hölle...., Massentauglich ist dieses Produkt wahrlich nicht, zu sehr gehen die Meinungen auseinander!
Ein Nischenprodukt für spezielle Gäste ist es allemal!

Gesammtnote:
2,2 aus 5


Angel D'Or

Laut Hersteller:

Schon seit über 600 Jahren werden in Sóller Orangen angebaut! Die Frucht wurde von maurischen Seefahrern auf die Insel gebracht und verhalf dem Ort zu den üppigsten Orangenhainen der ganzen Insel. Der Wasserreichtum der Tramuntana und die mediterane Sonne sorgen dafür, dass bis heute mehr als 120.000 Orangenbäume in und um Sóller kultiviert werden. Noch immer findet man hier die saftigsten und aromatischsten Orangen.

Für mich der krasse Außenseite und oft beschimpft als widerliches Orangenbonbon. Mal schauen wie sich David gegen seine großen widersacher schlägt:

Was sagt das Bar Lab Aroma Team zum Angel D'or?
frische orangenzeste, orange & Zitrone, zitrusfrucht süßlich, flach, zitronenlimonade mit viel brausepulver, erneut Tic Tac.

Man sieht, auch der Angel D'or geht Aromatechnisch in zwei verschiedene Lager. Er findet durchaus seine Fans, das Brausepulver ist ein schlichtweg vernichtendes Urteil und könnte eigentlich bei diesem Bartender in seine Bar durch Zitronen oder Orangentwist zu kitten sein...

Wie schneidet der Angel D'or geschmacklich ab?
frisch & orangig, zu süß, im Nachhall zu sprittig, voll & Rund mit köstlichem Nachklang, leicht scharf & herb, leicht bitter, leichte Zitronenanklänge, sehr deutliche Orange.

Geschmacklich hat der Angel D'or die komplette Palette abgerufen. Von Bitter, fruchtig bis sauer und süß haben die Teilnehmer alles geschmeckt. Eigentlich kein schlechtes Zeichen für ein Produkt...

Gesammtnote:
3,2 aus 5



Grand Marnier Cuvée du Centenaire 0,7 L
Laut http://www.spirituosenworld.de

Cognac-Likör, 40% Vol.


Grand Marnier Cuvée du Centenaire wurde zum 100-jährigen Firmenbestehen der Destillerie Lapostolle im Jahre 1927 kreiert. Verwendet werden sehr alte Cognacs aus der Petite Champange und Grande Champagne. Den Grand Marnier genießt man am Besten pur oder auf Eis. Er eignet sich außerdem hervorragend als Zutat für Desserts wie z.B. eine Crème brûlée.

Herkunft: Frankreich
Hersteller: Societe des Produits Marnier - Lapostolle S.A
Farbe: Bernsteintöne
Geschmack: Harmonisch, Noten von trockenen Früchten, Muskat und Lebkuchen




Was sagt das Experten Team zum Aroma?


Grand Marnier Cuvée du Centenaire, Likör
holzig, bitter, kräftig, ausgewogen, mandarine, schwer, muffig, gealtert, herb, Fusel, wunderbar orangig, geile Scheiße, Fass Aromen, Cognac, Orangenschale

Originaltöne reichen hier von G.S. bis zu Fusel! Allgemein ist der Tenor allerdings extrem positiv. Es scheint als würde sich hier der aufwendig und vom Preis her im oberen Segment anzusiedelnde Grand Marnier durchsetzen...

Hält der Geschmack was das Aroma verspricht?
holzig, sprittig, langer Nachhall, Orangenschale, fruchtig, zimtig, Birne im Abgang, sehr scharf, würzig, komplex, nicht so süß wie alles Liköre zuvor.

Es scheint als hätte sich hier ein Likör für anspruchsvollere Zungen gefunden zu haben. Sozusagen der Göthe unter den Orangenlikören. Es wurden viele Geschmacksnuance entdeckt und damit auch wieder unterstrichen, dass Fasslagerung einer Spirituose meist ein wenig mehr Farbe verleiht, die diese Fassettenreicher reifer und Kraftvoller erscheinen lässt.

Gesammtnote:
3,4 aus 5


De Kuyper Triple Sec Liqueur
De Kuyper Triple Sec Liqueur

Laut http://drinkology.de




De Kuyper ist einer der führenden internationalen Likörproduzenten und blickt auf eine über 300 jährige Firmengeschichte zurück. Die Firma bietet eines der umfangreichsten Sortimente im Likörbereich und ist als fester Bestandteil hinter den Bars dieser Welt kaum wegzudenken.
De Kuyper verwendet bei der Herstellung ausnahmslos hochwertige Grundzutaten.
De Kuyper Triple Sec ist ein Orangenlikör, der sich bestens eignet um einer Vielzahl von Mixgetränken ein ansprechendes Aromabild zu verleihen.


Was sagt das Experten Team zum Aroma?
honig, karamell, scharf,süß, orangig, leicht, sprittig, dezent orangig, nichts besonderes.

Wie hat der Likör im Geschmackstest abgeschnitten?
cremig, süß, künstlich, scharf, orangig, karamell, sprittig

Allgemein sieht dieser Orangenlikör nach einem Durchschnitt für die breite Masse aus. Etwas was nicht wirklich aneckt aber auch nicht den Gast vom Hocker reißt. Die cremige Konsistenz könnte im Mixtest interessant werden. Wie sehr wird sich die bittere Note im Mixtest ausbreiten?
Wir dürfen gespannt sein...

Gesammtnote: 2,4 aus 5

Grand Marnier Cordon Rouge 0,7 L

Laut http://www.spirituosenworld.de
Das Originalrezept, nach welchem der Grand Marnier Likör hergestellt wird, wurde im Jahre 1880 vom Franzosen Alexandre Marnier-Lapostolle erfunden. Um diesen außergewöhnlichen Likör zu kreieren, experimentierte er mit Cognac und Extrakten karibischer Bitterorangen. Es entstand der Grand Marnier Cordon Rouge; einer der erfolgreichsten Edelliköre der Welt. Der für diesen Likör verwendete Cognac stammt aus dem Hause Château de Bourg, welches im Herzen der Charente liegt. Seine Aromafülle verdankt der Grand Marnier Cordon Rouge nicht zuletzt dem ausgewogenen Rezept, nach welchem Schalen von karibischen Bitterorangen zum Einsatz kommen und den Likör maßgeblich verfeinern.
Die charakteristische bauchige Flasche mit dem eingravierten Siegel und dem roten Band unterstreicht die hohe Qualität und lange Tradition, die im Hause Lapostolle gepflegt wird.

Herkunft: Frankreich
Hersteller: Societe des Produits Marnier - Lapostolle S.A
Farbe: Bernsteinfarben
Geschmack: Delikates Aroma, blumig, Noten von Orangen und frischen Früchten
Abgang: Langanhaltend


Was Sagt das Bar Lab Team zum Aroma der Cordon Rouge?

Grand Marnier Cordon Rouge, Likör
Agave, scharf, Tequila?, orangig, mild, muffig, karamellig, tequila und tequila

Die Runde war sich einig, dass ich einen Tequila in die Verkostung geschmuggelt habe....so kann man sich täuschen....

Wie sieht es geschmacklich aus?
scharf, tequila, süß, kurzer Abgang, sprittig, karamell, orangig, muffig, brrrrr....

Da die Teilnehmer eindeutig eine Agavennote identifiziert haben, polarisiert, der Grand Marnier ebenso wie der Tequila ansich selbst. Sehr überraschend, dass dieser sehr bekannte Likör so in eine Ecke gedrengt werden kann....
Die Agavennote könnte im Margarita Tasting sehr interessant werden....

Gesammtnote: 2,6 aus 5



Erwartet gewinnt der Grand Marnier Cuvee de Centenaire das Orangenlikör tasting knapp vor der großen Überaschung Angel D'or.

Ich bin sehr gespannt wie der Angel D'or sich im Mixtest schlägt.

Vorgreifend kann ich versprechen, es wird eine FAUSDICKE Überraschung geben....




Freitag, 22. Januar 2010

Vier Bartender auf der Grünen Woche

Als Thorsten Pannek mir per Sms schrieb, ich müsse mir unbedingt den 18.01.2010 frei halten, musste ich erschreckend feststellen, wie schnell ein Jahr doch vorbei sein kann. Doch tatsächlich - der Blick auf den Kalender brachte die Wahrheit ans Tageslicht: in Berlin ist mal wieder Grüne Woche.


Gesagt, versprochen, getan. Da es für Thorsten und mich mittlerweile ein persönlicher Kult geworden ist, sich an einem Tag quer durch die Welt zu futtern und zu trinken, besuchten wir also zusammen mit zwei Kollegen (Sven Riebel und Bernhard Stadler) vergangenen Montag die Grüne Woche.

12 Uhr - Ankunft in der Halle Deutschlands. Da die Herren Riebel und Stadler auf sich warten liessen, gaben Thorsten und ich mit einem lecker Schwarzen Abt aus der Klosterbrauerei Neuzelle den Startschuss für eine 6 stündige Reise durch kulinarische und spirituelle Genüsse. Das erste Bier war kaum geleert, da gesellten sich dann Sven und Bernhard endlich zu uns. Die beiden Herren tranken unter unseren ungläubigen Blicken zunächst mal eine frische Milch, liessen sich dann aber kurze Zeit später in Baden-Würtemberg zu einem Haller Mohrenköpfle aus Schwäbisch Hall überreden.

13 Uhr - am Stand der Brennerei Sellendorf, wo dieses Jahr Theo Ligthart mit seinem Das Korn zu Gast war, genehmigten wir uns einen kleinen Sellendorfer Trefferkorn. Na mal sehen, wen oder was wir noch so alles treffen...


Im Südosten des Landes Brandenburgs, genauer gesagt in der Niederlausitz liegt das Örtchen Guben - Geburtsstätte der Bäckerei Dreißig - wo wir uns anschliessend flugs ein Mettbrötchen genehmigten.

Vorbei an lustigen Ständen


















(die Fotos sprechen für sich...)














machten wir Halt in Niederbayern. Diesmal in Riedenburg, wo sich die Brauerei Riedenburg auf Öko-Bier spezialisiert hat. Nach etwas Warenkunde über unsere Ur-Korn-Sorten (Einkorn, Emmer, Dinckel) genehmigten wir uns alle ein lecker Dinckel-Bier.

14 Uhr - Ankunft am Stand von Bagrationi - feinster Sekt aus Georgien.
Also mal eben 2 Finest und 2 Brut Reserve bestellt. Wirklich ein sehr toller Sekt, wobei uns der Brut Reserve besser gefiel. Vollere Perlage und runder im Geschmack.


Ein paar Stände weiter - auch schon Tradition - gab's 4 kanadische Bier (Moosehead) und dazu natürlich 4 Feuerwasser (kanadischer Whiskey-Likör mit Ahornsirup).


Jetzt plagte uns verständlicherweise ein kleiner Hunger. An einem Stand aus Lettland sahen verschiedene warme Gerichte sehr appetitlich aus also liessen wir uns dort kurz nieder, aßen Würstchen mit Kartoffeln und Kraut und tranken dazu - wen wundert's - 4 Bierchen. Anschliessend musste ein Verdauer her.

Drei Stände weiter lud Becherovka dazu ein, bei 3 bestellten Schnäpsen durfte man sogar am Glücksrad drehen - Wahnsinn ;-) - wie gut, dass wir zu viert waren, somit ist Bernhard jetzt stolzer Besitzer einer Taschenlampe als Schlüsselanhänger.

Vor dem Stand von Guinness treffen wir Theo Ligthart und halten ein kurzes Pläuschchen. Bernhard und Thorsten genehmigen sich dazu ein feines Kilkenny.

Am Stand von Estland setzten Sven und ich mal aus. Sven musste immerhin abends noch arbeiten und bei waren bereits zwei Lampen an. Das hielt natürlich Thorsten und Bernhard nicht davon ab, 2 Bier zu trinken.


Das Deutschland die meisten Biersorten hat, wurde am nächsten Stand eindrucksvoll demonstriert - es gibt keinen Kronkorken, der doppelt vorkommt.


Während wir alle an einem kleinen Preisausschreiben teilnahmen, in dem es um Allgemeinwissen rund ums Bier ging, Herr Pannek und Herr Stadler konnten das besser mit einem Bier in der Hand. Sven und ich pausierten erneut.


Ein paar Stände weiter hatte auch ich endlich wieder Bierdurst. Also bestellte ich für uns 4 kleine Eibauer aus München.


Wie der aufmerksame Leser vielleicht bemerkt hat, habe ich schon länger kein Gefühl mehr für die Uhrzeit. Keine Ahnung, woran das lag. ;-) Die Messe neigte sich jedoch ihrem Ende.

In einem Stadium überschwenglicher Belustigung genehmigten sich Thorsten und Bernhard ein Fischbrötchen, dazu gab es - na, wer errät's - 4 Heineken. Puderzuckerreste auf einem kleinen Stehtisch verführten uns zu einem kleinen Scherz - die geschockten Gesichter der vorbei laufenden Besucher fanden wir um so amüsanter. (kleine Anmerkung: wir lehnen so etwas natürlich strikt ab - die Ähnlichkeit mit Gewohnheiten anderer Menschen auf diesem Foto ist rein zufällig...)


Auf unserem Weg zum Ausgang, kamen wir nicht umhin, einen Scheidebecher zu uns zu nehmen, also gab's nochmal einen Schwarzen Abt. One for the road sozusagen.

Mann kann sagen, was man will, ich finde die Grüne Woche immer wieder schön. Viele Länder geben sich jedes Jahr aufs Neue Mühe, ihre Waren und Produkte eindrucksvoll zu präsentieren, sodass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Wer also noch Lust hat, die Grüne Woche zu besuchen, der hat bis zum 24.01. noch die Gelegenheit.

Tja und in unserem Fall gibt es eigentlich keinen schöneren Schlusssatz als den hier:


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