Als Thorsten Pannek mir per Sms schrieb, ich müsse mir unbedingt den 18.01.2010 frei halten, musste ich erschreckend feststellen, wie schnell ein Jahr doch vorbei sein kann. Doch tatsächlich - der Blick auf den Kalender brachte die Wahrheit ans Tageslicht: in Berlin ist mal wieder
Grüne Woche.

Gesagt, versprochen, getan. Da es für Thorsten und mich mittlerweile ein persönlicher Kult geworden ist, sich an einem Tag quer durch die Welt zu futtern und zu trinken, besuchten wir also zusammen mit zwei Kollegen (Sven Riebel und Bernhard Stadler) vergangenen Montag die Grüne Woche.
12 Uhr - Ankunft in der Halle Deutschlands. Da die Herren Riebel und Stadler auf sich warten liessen, gaben Thorsten und ich mit einem lecker
Schwarzen Abt aus der Klosterbrauerei Neuzelle den Startschuss für eine 6 stündige Reise durch kulinarische und spirituelle Genüsse. Das erste Bier war kaum geleert, da gesellten sich dann Sven und Bernhard endlich zu uns. Die beiden Herren tranken unter unseren ungläubigen Blicken zunächst mal eine
frische Milch, liessen sich dann aber kurze Zeit später in Baden-Würtemberg zu einem
Haller Mohrenköpfle aus Schwäbisch Hall überreden.
13 Uhr - am Stand der Brennerei Sellendorf, wo dieses Jahr Theo Ligthart mit seinem
Das Korn zu Gast war, genehmigten wir uns einen kleinen
Sellendorfer Trefferkorn. Na mal sehen, wen oder was wir noch so alles treffen...

Im Südosten des Landes Brandenburgs, genauer gesagt in der Niederlausitz liegt das Örtchen Guben - Geburtsstätte der
Bäckerei Dreißig - wo wir uns anschliessend flugs ein
Mettbrötchen genehmigten.
Vorbei an lustigen Ständen


(die Fotos sprechen für sich...)
machten wir Halt in Niederbayern. Diesmal in Riedenburg, wo sich die
Brauerei Riedenburg auf Öko-Bier spezialisiert hat. Nach etwas Warenkunde über unsere Ur-Korn-Sorten (Einkorn, Emmer, Dinckel) genehmigten wir uns alle ein lecker
Dinckel-Bier.
14 Uhr - Ankunft am Stand von
Bagrationi - feinster Sekt aus Georgien.
Also mal eben
2 Finest und
2 Brut Reserve bestellt. Wirklich ein sehr toller Sekt, wobei uns der
Brut Reserve besser gefiel. Vollere Perlage und runder im Geschmack.

Ein paar Stände weiter - auch schon Tradition - gab's
4 kanadische Bier (
Moosehead) und dazu natürlich
4 Feuerwasser (kanadischer Whiskey-Likör mit Ahornsirup).

Jetzt plagte uns verständlicherweise ein kleiner Hunger. An einem Stand aus Lettland sahen verschiedene warme Gerichte sehr appetitlich aus also liessen wir uns dort kurz nieder, aßen
Würstchen mit Kartoffeln und Kraut und tranken dazu - wen wundert's -
4 Bierchen. Anschliessend musste ein Verdauer her.
Drei Stände weiter lud
Becherovka dazu ein, bei 3 bestellten Schnäpsen durfte man sogar am Glücksrad drehen - Wahnsinn ;-) - wie gut, dass wir zu viert waren, somit ist Bernhard jetzt stolzer Besitzer einer Taschenlampe als Schlüsselanhänger.
Vor dem Stand von Guinness treffen wir Theo Ligthart und halten ein kurzes Pläuschchen. Bernhard und Thorsten genehmigen sich dazu ein feines
Kilkenny.
Am Stand von Estland setzten Sven und ich mal aus. Sven musste immerhin abends noch arbeiten und bei waren bereits zwei Lampen an. Das hielt natürlich Thorsten und Bernhard nicht davon ab,
2 Bier zu trinken.

Das Deutschland die meisten Biersorten hat, wurde am nächsten Stand eindrucksvoll demonstriert - es gibt keinen Kronkorken, der doppelt vorkommt.

Während wir alle an einem kleinen Preisausschreiben teilnahmen, in dem es um Allgemeinwissen rund ums Bier ging, Herr Pannek und Herr Stadler konnten das besser mit einem Bier in der Hand. Sven und ich pausierten erneut.

Ein paar Stände weiter hatte auch ich endlich wieder Bierdurst. Also bestellte ich für uns
4 kleine Eibauer aus München.

Wie der aufmerksame Leser vielleicht bemerkt hat, habe ich schon länger kein Gefühl mehr für die Uhrzeit. Keine Ahnung, woran das lag. ;-) Die Messe neigte sich jedoch ihrem Ende.
In einem Stadium überschwenglicher Belustigung genehmigten sich Thorsten und Bernhard ein
Fischbrötchen, dazu gab es - na, wer errät's -
4 Heineken. Puderzuckerreste auf einem kleinen Stehtisch verführten uns zu einem kleinen Scherz - die geschockten Gesichter der vorbei laufenden Besucher fanden wir um so amüsanter. (kleine Anmerkung: wir lehnen so etwas natürlich strikt ab - die Ähnlichkeit mit Gewohnheiten anderer Menschen auf diesem Foto ist rein zufällig...)

Auf unserem Weg zum Ausgang, kamen wir nicht umhin, einen Scheidebecher zu uns zu nehmen, also gab's nochmal einen
Schwarzen Abt. One for the road sozusagen.
Mann kann sagen, was man will, ich finde die Grüne Woche immer wieder schön. Viele Länder geben sich jedes Jahr aufs Neue Mühe, ihre Waren und Produkte eindrucksvoll zu präsentieren, sodass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Wer also noch Lust hat, die Grüne Woche zu besuchen, der hat bis zum 24.01. noch die Gelegenheit.
Tja und in unserem Fall gibt es eigentlich keinen schöneren Schlusssatz als den hier: