Dienstag, 13. Oktober 2009

BACK


So, meine werten Leser. Ich wär dann auch mal wieder zurück. Es liegen ereignisreiche Wochen hinter mir. Wo ich anfangen soll, weiss ich gar nicht. Vielleicht damit, dass ich mir einen kleinen Traum erfüllt habe. Die Arbeit von zwei Jahren ging zu Ende, in denen ich daran arbeitete mir meine eigenen Sterling-Silber Boston Shaker herzustellen. In enger Zusammenarbeit mit einem befreundeten Silberschmied habe ich einen aussergewöhnlich schönen und handgefertigten Shaker entworfen. Die Geschichte von Jerry Thomas und seinem persönlich angefertigtem Silber- und Goldwerkzeugs hat mich seit dem ersten Tag fasziniert und inspiriert. Mit stolzer Brust durfte ich dann meine Babys auf dem BCB dem Einen oder Anderen in die Hand drücken. Und in vielen Augen konnte ich den Glanz wiedererkennen der in meinen lag, als ich den ersten fertigen Prototypen in der Hand hielt. Lohn genug. Mehr darüber später und auf www.jr-shaker.com


Zudem begleitete mich noch eine weitere ehrenvolle Aufgabe. Zusammen mit Jim Beam habe ich das erste Cocktailbuch der Geschichte, von unserem werten "Professor" Jerry P. Thomas übersetzen dürfen. Diese Arbeit war unglaublich interessant und lehrreich. X-mal in Englisch gelesen fallen einem, wenn man eine Ausgabe in seiner Muttersprache in der Hand hat, nochmals soviele Details und Kleinigkeiten auf, die man vorher schlichtweg übersehen oder missverstanden hat. Wer noch kein Exemplar auf dem BCB bekommen hat, kann es sich demnächst über die homepage von jim beam bestellen.


Mit diesem Buch als Aufhänger gings dann zum (super organisierten und wiederum verbesserten) BCB um mit Fred Noe, Ur-Enkel von Jim Beam, eine unglaubliche Woche zu erleben. Wir starteten mit einer ziemlich lockeren und informativen Show auf der Bühne der Demonstration Bar. Viel Insiderwissen zum Thema Bourbon und der Geschichte des Amerikanischen Whiskey begleitet von Cocktails a la Jerry Thomas und deren Story. Der leckere Zuhause angesetzte "Rock and Rye" mit Jim Beam Rye hat es leider nicht bis in alle Städte geschafft, zu angenehm glitt er die Kehle hinunter. Mit Fred Noe kann man richtig Spass haben, was unsere Auftritte zeigten. Am nächsten Tag dann eine Menge "Jim Juleps" schon zum Frühstück und eine Signierstunde von der ich überwältigt war. Knapp 500 Bücher in zwei Stunden. Das Interesse und die Freude aller Fachkollegen an dem Buch war weit höher als erwartet und hat alle durchgearbeiteten Nächte ausgezahlt.


Direkt am Tag nach dem BCB gings dann weiter auf eine Tour durch Deutschland. In Hamburg, München, Düsseldorf, Essen und Frankfurt haben wir in Workshops von je 3 Stunden das Thema Bourbon, Bourbon in Cocktails und deren Geschichte und vieles zum Leben von Jerry Thomas weitergegeben. Die Teilnehmer waren stets paralell am mitmixen und hatten meiner Meinung nach alle viel Spass dabei. Ein besonderes Erlebnis mit einer Legende wie Fred Noe unterwegs zu sein. Sehr lehrreich und sehr kurzweilig.

Ich habe in der vergangenen Woche wieder so viele neue nette Kollegen kennengelernt, soviel neue Bars gesehen und Altbekannte wiedertroffen, und mit allen Spass gehabt und von dem Einen oder Anderen wieder etwas Interessantes dazugelernt. Die Barwelt wächst zusammen (siehe Post von Kollegin Schneider).

Meine Top 3 Bars der letzten Woche:

Stagger Lee - Berlin
Le Lion - Hamburg
Die rote Bar - Frankfurt

Alle anderen Bars die ich besucht habe, waren auch toll. Diese drei hatten allerdings alle etwas besonderes und einzigartiges, und wer sie noch nicht kennt, dem sei empfohlen sich dort mal einen Booker's Julep verabreichen zu lassen. Den hatte ich nämlich in allen drei Bars als Absacker...
19th century style!

Die Koffer in München abgestellt und gleich mal rüber zum Tequila Tasting von Sauza Tres Generaciones. Das musste sein, denn niemand anderes als Jaime Rodriguez leitete das Seminar. Der internationale Tequila Ambassador von Sauza lebt die Story des Tequila und führt mit Witz und vielen Informationen durch die Welt der blauen Agave. Die neue Flasche der Tres Generaciones Familie finde ich gelungen und mein absoluter Favorit war der Plata.

Jetzt freue ich mich wieder auf morgen, wenn meine Arbeit im Schumann's wieder beginnt. Ich habe es schon vermisst, denn egal was für interessante Reisen und Arbeiten ich mir in meiner Freizeit aufhalse, in erster Linie bin und bleibe ich immer eins, "Bartender"...

3 Kommentare:

Drinkmix hat gesagt…

Hervoragender Bericht, sehr schöne Übersetzung eines hervoragenden Buches , sehr interessanter Vortrag an der Demo Bar und Gratulation für die edlen Shaker!
Shake on....

Thorsten hat gesagt…

Ich denke, wir sollten uns mal wegen der Shaker "zusammensetzen"
Gruß vom Shakerblog

Jens Gröning hat gesagt…

Toller Bericht, Klaus. Es war mir ein innerliches "Blümchenpflücken", Dich endlich mal "live und in Farbe" gesehen zu haben.

Gruss aus Berlin

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