
Juchu! Jippie! Yiihaa! Ich habe wieder Internet! Endlich! Nach nunmehr zwei Wochen Abstinenz (gelegentliche Besuche im Internetcafé nicht mitgerechnet) bin ich seit einer Stunde wieder Teil der virtuellen Welt und krempel natürlich geschwindt die Ärmel hoch und hau für euch in die Tasten.
Mein Thema heute ist der BCB - ja, ich hör euch schon stöhnen "boa, nee, reicht's nich mal langsam?" - aber hey, da müßt ihr durch!
Nun werd ich euch nicht erzählen wann ich wo mit wem an welchem Stand gequatscht hab, welche Vorträge ich toll fand, welches Tasting mich total umgehauen hat, oder welche Firma sich am besten präsentiert hat. Kann ich auch garnicht, da ich von morgens bis abends an meinen Stand gekettet war und nix, wirklich garnix mitgekriegt hab.
Worüber ich dann schreiben will? Natürlich über das nicht minder interessante "Rahmenprogramm", welches für überdurchschnittlich viele Indoorsonnenbrillenträger, vor allem am 2.Tag verantwortlich war.
Anfangen will ich mit der TravMix Party im Admiralspalast. Ein bißchen leid tut's mir schon für die Gäste, das mit dem Chaos und so, kein Wechselgeld, altes, wässriges Eis, nicht die unverzichtbaren Lieblingsbitters am Start, nie genug und nie die richtigen Gläser, ach ja und Cola und Red Bull gab's auch nicht ("Wie ihr macht kein Long Island? Wasndasfürnscheiß?"). Saftladen! Und ja, zugegeben, ich hab schon auf besser organisierten Caterings gearbeitet. Aber hey, wo sonst gibt's kein fließend Wasser, keine Flaschenöffner, keine Kühlschränke, keinen Maracujanektar aber dafür die neuen TBT Bitters und Palettenweise frische Eier? Was braucht man denn mehr? (Ja, Sahne gab's auch!) War'n saugeiler Abend, also hört auf zu meckern.
Den Montagabend nur in aller Kürze: bin auf die Klassenfahrt des Barnetzwerk Frankfurt gestoßen und die Party im Tausend war auch toll.
Am Dienstag wurden dann die jedes Jahr heiß diskutierten Mixology Bar Awards verliehen, umrandet von den Bars der Städteteams aus Hamburg, Köln, Frankfurt, Dresden und München. Zu den Siegern und der danach zwangsläufig entbrannten Diskussion, wer welchen Preis denn eigentlich vielmehr verdient hätte oder wie wer überhaupt zu einer Nominierung gelangt ist, will ich mich hier garnicht äußern. Ich möchte hier vielmehr die Stimmung an diesem besonderen Abend beschreiben, vor allem für die, die abends schon wieder in den Bars stehen mußten und nicht dabei sein konnten. Hm...aber dazu muß ich wohl die vorangegangen Tage miteinbeziehen denn wie sonst läßt es sich erklären, daß eigentliche Konkurrenten sich füreinander freuen und miteinander feiern. Die Erklärung liegt wohl irgendwo zwischen dem Schulter an Schulter Saftpressen im Admiralspalast mit Frankfurt, dem späteren Mixen neben Köln, dem Schwatzen auf der Messe mit Stuttgart, Düsseldorf, München, Nürnberg,Amsterdam und Havana, dem Stolpern über Hamburg auf unserer Couch und dem Trinken am Dienstag mit Zürich, London und...guys I know you where from Sweden, but I'm sorry, I forgot the name of the City!
Während den Awards haben wir für Köln die Daumen gedrückt, mit München geschwitzt, für Hamburg gebrüllt und mit Frankfurt gelitten...
Zusammengehörigkeit, Gemeinschaft, Bruderschaft, Familie...ich weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll, was da gerade entsteht. Klar wir kennen uns teilweise schon seit Jahren aber diese Selbstverständlichkeit mit der Gäste aus Hamburg, Frankfurt oder Köln hinter Berliner Tresen anpacken wo Not am Mann ist, mit der schon im Vorfeld solcher Ereignisse Gastschichten abgesprochen werden, mit der Schlafplätze verteilt werden, mit der wir einfach deutschlandweit und darüber hinaus füreinander da sind ist neu und wunderschön. Deshalb an dieser Stelle nochmal Danke an alle, die dazu beigetragen haben diese drei Tage zu etwas ganz besonderem zu machen!
Und noch was: suche Gastbartender, der für den 4.+5. Oktober 2010 meine Schichten übernimmt!


1 Kommentare:
Du warst sicher ganz anders am Puls des Momentums, als ich, und wirst es sicher auch bleiben. Dennoch hat mich speziell der letzte Teil Deines Ads aufmerken lassen. Ja. In den letzten zwei Jahren scheint tatsächlich etwas sehr grosses ins Rollen gekommen zu sein. Das "Gefühl Bartender" scheint sich auf seinen Wurzeln,Qualitäten und Qualifikationen zu exponentieren. Bloggs, E-Mail und Networking tun ihr Übriges. Was will ich sage? Wenn ein Barconvent und unser Beruf tatsächlich dazu beitragen, einander zu helfen, zu vertrauen, sich auszutauschen, zu teilen, bekommt unsere Arbeit nicht nur im Dienst am Gast vor dem Tresen, sondern auch untereinander eine fast politische Dimension. Umso mehr motiviert es mich mein bisher etwas verschlafenes Engagement auf eine neue Stufe zu heben, und wenn schon nicht in Berlin, dann immerhin am kommenden Arbeitsplatz in der Schweiz "voll ins Getümmel" zu stürzen. Cool thing that is.
Jan Zabel
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