
Nein es geht nicht um den Besuch etwaiger Fürsten oder Grafen in meiner neuen Wirkungsstätte, es geht heute um RICHTIGEN Adel! Schottischen Adel, um es etwas zu präzisieren.
Na, ahnt ihr es schon? Ja! Wir haben ihn! Dieses legendäre Etwas, das viele gesehen haben wollen, dem aber niemand wirklich begegnet ist, fanatischer gesucht als Osama bin Laden, mysteriöser als der Yeti und schwerer zu bekommen als Tickets für die Fußball WM...steht er doch bei uns im Regal: Der bombastische Lord of the Isles!

Für all jene, die noch nichts von diesem seltenen Stöffchen gehört haben: Hierbei handelt es sich um einen 25jährigen Ardbeg, DEN 25jährigen Ardbeg. Warum es was Besonderes ist, ihn im Backboard zu haben, fragt ihr? Also dazu muß ich jetz ein wenig ausholen...
Ersteinmal, Ardbegs sind immer besonders. Kaum eine Destillerie hat es so oft geschafft ihre Whiskies Jahr für Jahr ganz oben in den Bestenlisten (und meinem Regal) zu plazieren wie Ardbeg. Die absolut genialen, ardbegtypischen Aromenkombinationen aus Zitrus, Torf, Rauch, Erde und samtiger Malzsüße sind eine deratig knifflige Herausforderung an die Geschmacksnerven, daß jeder Schluck Ardbeg einer Achterbahnfahrt gleicht. Ja, ich überstrapaziere diese Phrase, aber ich liebe diesen Stoff!

Zum Anderen sind 25jährige und ältere Single Malts natürlich bei gut betuchten Gästen immer sehr gefragt, sicherlich auch weil sie selten und teuer sind.
Beim Lord of the Isles ist dieser Faktor ein ganz erheblicher, da es in absehbarer Zeit keinen Nachschub an 25jährigem Ardbeg geben wird. Die Ardbeg Destillerie war nämlich von 1981 - 1989 geschlossen, d.h. die ältesten, nach der Wiedereröffnung abgefüllten Fässer werden erst in fünf Jahren das Vierteljahrhundert erreichen.
Bis dahin muß er also reichen, der Lord, was seinen Preis in den letzten ein, zwei Jahren in astronomische Höhen hat schießen lassen. Das widerum macht ihn zu einem heißbegehrten Objekt für Sammler und Spekulanten, was leider, leider noch weniger übrig läßt für Leute wie mich, die nämlich guten Whisky einfach nur Trinken wollen.
Doch eine Flasche haben wir nun für euch ergattert - einfach nur zum Trinken.
Also, wer schon immer mal einen Lord of the Isles probieren wollte, sollte schleunigst vorbeischauen solange noch was da ist. Und wer sich den Schluck nicht leisten kann oder will, kann trotzdem kommen - dem erzähl ich dann wie er schmeckt, der Lord. Ich hab ihn nämlich schon probiert...


5 Kommentare:
Wer einen alten Ardbeg sucht, der auch gut bezahlbar ist, könnte es auch mit folgenden Abfüllungen probieren - älter und günstiger:
https://www.weinquelle.com/artikel/Ardbeg_G_M_6804.html
https://www.weinquelle.com/artikel/Ardbeg_G_M_6575.html
Grüße aus Hamburg,
Torben
Ich muß sagen Frau Schneider, sehr ansprechend geschrieben. Und wie du weißt teile ich deine liebe zu diesen Ausnahme Whiskies.
Muß ich also mal wieder in meiner alten Wirkungsstätte vorbeischauen um diesen Whisky zuverkostigen.
Lg Lenno
Ich habe einen eigenen Weg entdeckt, um mir meinen Ardbeg adelig zu trinken (zu einem etwas günstigeren Preis).
Und zwar folgendermassen:Zunächst kaufe ich eine Flasche Ardbeg, z.B. meinen Favoriten, den Airigh Nam Beist (keinsefalls aber den Blasda).
Weiter: Man kann in Schottland Titel, die an Landbesitz gebunden sind, käuflich erwerben und dadurch Naturschutz-Projekte unterstützen.
Ich bin also nun Eigentümer von 30 Quadratzentimeter Schottland und besitze eine Urkunde, welche mir versichert, dass ich nun Eichi, Laird of Glencairn, bin.
Das Ganze ergibt jetzt zwar lediglich einen Laird and the Isles, ist aber kostengünstiger und ebenfalls lecker. (Selbstverständlich lege ich grössten Wert darauf, dass mein hochtrabender und hochwohlgeborener Titel bei meinem nächsten Besuch der Shochu Bar angemessen gewürdigt wird.) ;-)
Tolle Sache, ein sehr edles Tröpfchen...
...kannst Du mir Eure Quelle verraten? Wir haben den guten Lord nämlich schon etwas länger in der Bar und versuchen natürlich Nachschub zu bekommen...
Lieben Gruß
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