Vor einiger Zeit gab es einen post von mir bei dem es um das Thema Alkohol im Staßenverker ging.
Die Resonanz darauf war ziemlich groß. Es gab viel Lob, dass man auch dieses Tabuthema mal in so einem Blog näher beleuchtet. Andere fanden es interessant, dass man erfährt, was einem so blüht, wenn man unter Einfluss von Alkohol fährt.
Es gab aber natürlich auch konstruktive Kritik. Zum einen, dass einige Sachen gar nicht behandelt wurden. Und zum anderen kam es dazu, dass mich Bartender ansprachen und nachfragten, wie man sich zu verhalten hat, wenn ein offensichtlich angetrunkener Gast in sein Auto steigen will.
Und einigen war das Thema einfach zu „trocken“ und fanden, dass es nicht interessant genug vorgetragen wurde.
Aber wie euch sicher denken könnt, ist das Thema sehr komplex und ja, es ist wirklich trocken.
Nichts desto trotz, gab es mehrere Anfragen, ob ich nicht mal in einer kleinen oder auch größeren Runde darüber etwas erzählen kann, um dann auch Fragen zu beantworten und etwaige Unklarheiten zu beseitigen.
Gesagt getan. Die Anfrage von Eyck Thormann, Sascha Thieben und Thorsten Schulz im Rahmen der Sektionssitzung der DBU Hamburg / Schleswig Holstein, war dann genug Anlass für mich die Maschinerie in Gang zu bringen.
Natürlich musste die ganze Sache im Hause der Polizei von „ganz oben“ abgesegnet werden. Und da die Mühlen der Behörden nun mal langsam mahlen, dauerte es auch eine ganze Weile, bis ich das Go bekommen habe. Nun war es soweit. Mein Kollege Dirk Freudenberg und ich bereiteten das ganze vor
Um die ganze Sache anschaulicher zu machen besorgte ich ein Alko-Testgerät zum Pusten, Flyer und anderes Infomaterial. Mein Kollege erstellte extra eine Powerpointpräsentation für den heutigen Tag.
Am besagten Tag wurden dann in der NOX-Bar drei "Probanden" für einen Atemalkoholtest gefunden.
Das Ziel hierbei war zu sehen, wie verschieden der Alkohol auf den einzelnen Menschen wirkt. Johannes Bak, Marcel Baumann und Ricarda Hahn stellten sich freundlicher Weise zur Verfügung, um auf DBU-Kosten kontrolliert zu trinken. Unterschiedliches Gewicht, Alter und Geschlecht werden unterschiedliche Ergebnisse bringen.
Wie genau so ein Atemalkoholtest ist, zeigt das Beispiel, dass ich aus meiner beruflichen Praxis vorweisen kann. Damals hat ein Pkw-Fahrer 1,67 Promille gepustet. Anschließend wurde er zur Blutprobenentnahme zur Wache gebracht. Das Ergebnis der Blutalkoholkonzentration kam dann drei Tage später vom Institut für Rechtsmedizin. Das Ergebnis lautete 1,65 Promille.
Am Anfang pusteten alle drei 0,00 Promille.
Dann bekamen alle exakt das gleiche zu trinken. Dabei war darauf zu achten, dass man ungefähr gleich schnell trinkt.
Die Reihenfolge war: 1. Gin Tonic:(4cl T10),
2. Negroni: Jeweils 4cl Antica, Tanqueray, Campari.
3. kleines Jever: (0,33l) und 4. 1 Glas (0,2) Prosecco.
Da Herr Baumann schon immer wissen wollte, wie viel Promille er nach einem Gin-Tonic hat, wurde 20 Minuten nach dem Austrinken der erste Alko-Test gemacht.
Das Ergebnis war 0,08 Promille. Bei Ricarda waren es dagegen schon 0,22 Promille.
Herr Bak lag genau dazwischen. Also alles soweit im Rahmen. Aber das muss nichts heißen. Wer weiß, wer wann und was etwas gegessen hat. Darüber hinaus kann es sein, dass der Wert noch weiter ansteigen kann.
Nach meiner Einleitung und Vorstellung hielt mein Kollege dann, wie ich finde einen sehr anschaulichen und ganz und gar nicht trockenen Vortrag. Wobei auch das Thema Garantenstellung(Wie verhalte ich mich als Bartender gegenüber betrunkenen fahrwilligen Gästen und was sind die rechtlichen Konsequenzen, wenn ich nichts tue) nicht zu kurz kam. Auf dieses Thema gehe ich demnächst aber in einem gesonderten Beitrag hier ein.Jedenfalls gab es sehr viele Fragen. Das war sehr positiv, da wir mit so einem starken Interesse nicht so unbedingt gerechnet haben. Die Fragen wurden dann natürlich ausführlich beantwortet.
Nach dem Bier und dem Negroni wurde dann wieder gepustet. Marcel Baumann hatte nun 0,42 Promille Ricarda bereits 0,62 Promille. Herr Bak war wieder dazwischen. Wenn Ricarda jetzt noch fahren würde, wäre sie um 500 € ärmer und um 1 Punkt reicher.
Man konnte bei Marcel bereits eine undeutliche und verwaschende Aussprache. Auch wenn er sagt, dass er sich noch relativ fit fühlt. Dann gab es den letzten Prosecco. Nach Ende des Vortrages wurde das letzte Mal gepustet.
Und man merkte, dass jetzt einige Zeit vergangen ist. Der Alkohol fing an sich bereits abzubauen. Faustformel hierfür ist ca. 0,1 Promille pro Stunde.
Am Ende pustete Marcel 0,26 Promille und bei Ricarda waren es immer noch 0,52 Promille. 
Ich hoffe, dass es euch diesmal nicht zu trocken war. Natürlich könnt ihr mich wenn ihr mich seht immer zu diesem Thema ausfragen falls ihr Fragen habt. Und wir können uns dann bei dem ein oder anderen Drink gern"feuchtfröhlich" darüber unterhalten.

Ich freu mich drauf. Zum Wohl euer Olaf


5 Kommentare:
Danke für den Beitrag, ich finde dieses Thema in jedem Fall sehr wichtig! Und dass das Thema trocken ist, da muss wohl jeder durch.
Ich bin selber ziemlich vorsichtig geworden, nachdem ich 40 min. nach einem London Buck in HH 0,45 Promille hatte!!!
...zum Glück habe ich freiwillig gepustet, gefahren bin ich nicht mehr, hätte mich aber dennoch im Stande dazu gefühlt. Auch die Polizistin hatte vor dem Test gesagt, dass ich sicher noch fahren könne - nach nur einem Longdrink.
...so kann man sich täuschen!
sehr gelungener Beitrag;danke Olaf
Vielen Dank für das Lob Sebastian und Schacht.
Und auch danke für den eigenen "Erlebnis Bericht".
So kanns gehen.
LG OLaf
Guter Bericht, Olaf!
Danke für Eure Unterstützung!
Freue mich schon auf die Vortsetzung. Bin auf die
Reaktionen der Leser gespannt, wenn du erzählst
welche Verantwortung jeder Party Veranstalter
gegenüber seinen Gästen hat. Selbst die kl. Private Feier
kann betroffen sein...
Mehr wird Olaf euch demnächst erzählen, nur soviel noch
das Interesse war bei allen sofort geweckt!!!
Also seit gespannt.
Danke an alle die uns bei dieser VA unterstützt haben.
Sascha Thieben
Jugendreferent
Tausche V mit F -:)
S.T
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