
Conny ist Klasse.
Ok, sie ist nicht irgendwo Barcheffin und hat auch nicht ihren eigenen Laden. Sie hat noch nicht tausend Wettbewerbe gewonnen oder zwanzig irre beeindruckende Stationen in ihrem Lebenslauf. Conny macht einfach "nur" ihren Job hinter dem Tresen der Marlene Bar. Und den macht sie verdammt gut.
Conny kann rackern wie ein Pferd - 18 Stunden am Stück wenn's sein muß. Conny kann fluchen wie ein Kesselflicker und wenn sie ihre Berliner Schnautze losläßt, geht im Umkreis von 2 Kilometern jeder in Deckung.
Conny kann lachen, daß die Wände wackeln - und Witze erzählen bei denen selbst die derbsten Bauarbeiter rote Ohren kriegen würden.
Aber Conny kann auch geile Drinks machen, ne Menge über Whisky und Brandy erzählen, Caterings planen und organisieren oder einfach, an nem Abend, an dem 200 Leute nach ner Veranstaltung geschlossen den Tresen stürmen, nicht absaufen.
Hier kommt ihre Geschichte:
Wie bin ich in die Bar reingeraten ?
Bereits in meiner Schulzeit hab ich angefangen, in einem Cafe zu arbeiten. Ich war und bin bis heute davon fasziniert, welche Wirkung ein guter Service bietet. Die Überraschung im Gesicht des Gastes wenn man nur ein kleines bisschen mehr als die reine Dienstleistung bietet. Ich glaube , diese Momente haben mich angefixt. Ich wechselte vom Cafe zu einer Personalleasingagentur und fand den nächsten faszinierenden Aspekt dieser Arbeit , die Abwechslung! Ich war in großen Hotels, Gourmetrestaurants im Kanzleramt und Botschaftsanwesen. Diesen Nervenkitzel, nicht zu wissen was einen erwartet, wie der Abend laufen wird, find ich spannend.
Tja und dann kam das Angebot als Aushilfe in der Harry`s New York Bar anzufangen, für 2 Tage . Ich hab’s angenommen , weil ich eigentlich weniger arbeiten wollte und besser verdient hätte.
Damals war ich noch eine recht fleißige Studentin!
Aber es kam wie es kommen musste …..
Wann immer es ruhig war ließ ich mir Spirituosen erklären und lernte die Cocktails, um fähige Empfehlungen aussprechen zu können. Aus zwei Tagen wurden immer mehr und irgendwann war keine Zeit mehr zum studieren.
Im September 2006 hab ich dann zum ersten mal in Vollzeit in der Marlene Bar im Intercontinental Berlin angefangen. Bis heute bin ich hier tätig.
Nebenbei hab ich inzwischen meinen Abschluß als Restaurantfachfrau nachgeholt und habe die Barschule Rostock mit eins absolviert.
Meine Familie war natürlich nicht gerade übermäßig erfreut, als ich mein Studium an den Nagel gehängt habe, hat aber meine Entscheidung mitgetragen und mich auch darin bestärkt dann eben auf diesem Gebiet Vollgas zu geben. Meine Mutter wollte unbedingt, dass ich meinen Abschluss als Restaurantfachfrau nachhole und auch von der Barschule war sie angetan.
Hier muß ich mich noch mal ganz kurz stören.Da Conny die einzige Barfrau ist, die ich kenne, die seit längerer Zeit eine funktionierende Beziehung zu einem Nicht-Gastronomen hat, hab ich sie gebeten, auf die privaten Turbulenzen, die das Barfrauendasein so mit sich bringt, ein wenig einzugehen...
Die Rolle meines Freundes in der Geschichte wird jetzt ne reine Liebeserklärung. Er ist mein starker Rücken. Er findet es wichtig, dass man seine Karriere verfolgen kann. Aufgrund der total unterschiedlichen Arbeitszeiten sehen wir uns natürlich zeitweise ziemlich selten, versuchen aber die zeit so gut wie möglich zu nutzen. Ich bin total froh , dass er in einer ganz anderen Branche arbeitet. So können wir beide besser von der arbeit abschalten wenn wir uns sehen.
Wir sind jetzt seit vier Jahren zusammen und trotz aller Schwierigkeiten finde ich , daß er der tollste Mann ist , den ich kenne. Allerdings fragt er nach vier Jahren immer noch, ob ich am Wochenende frei habe !!!
Bis jetzt bereue ich selten die Entscheidung voll in die Gastronomie einzusteigen. Als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten, empfinde ich als spannende Herausforderung .
Sowohl Gäste als auch Kollegen sind oft überrascht, wenn man als Mädel mitreden kann. Jeder denkt in Schubladen , deswegen amüsiert es mich mehr , als dass es mich kränkt.
Ich glaube Frauen haben noch mehr den Anspruch sehr professionell im Job zu sein . Alle Frauen, die ich im Business kenne , bilden sich ständig weiter und können jedem Mann Paroli bieten.
Meinetwegen können die Jungs die Chefs sein , wir Mädels sind „Schattenchefs“ und kriegen schon was wir wollen ; ) !


2 Kommentare:
Das ist ja sehr interessant! Die junge Dame scheint echt gut zu sein... Danke für diesen informativen Beitrag! Finde den ganzen Blog schon sehr schön!
Also ich muss schon sagen... das haben die Mädels sehr schön geschrieben und es stimmt auch alles, fast alles!!!
Eines stimmt nicht, ich gehe nicht in Deckung wenn Conny ihre Berliner Schnauze losläßt!!!
Heehee!
LG Swen
Kommentar veröffentlichen