
...lagen dieses Jahr nur Socken von Opi, Plätzchen von Omi und ne Flasche Jack Daniel's von Mutti ("Du trinkst doch so gerne Whiskey, da hab ich mir gedacht...")? Super! Also Zeit sich die richtigen Weihnachtsgeschenke selbst zu machen.
Und wie der Zufall so will, ist mir da ein besonderes Schätzchen in den Briefkasten geflattert, was sich total prima unterm Weihnachtsbaum gemacht hätte. Hier also mein Tip für alle, denen das Christkind mal wieder die falschen Geschenke gebracht hat:
Domaine de Courcelles, eine Rarität aus Guadeloupe, destilliert 1972, abgefüllt 2008

Es gibt ihn in zwei Stärken: 47% (siehe oben) und 58% (siehe unten).

Was hat man da genau in der Flasche? Zuerst vermutet man natürlich einen Rhum Agricole, aber spätestens wenn man die Flasche aufmacht und mal kräftig schnuppert kommen einem die ersten Zweifel....faulige Esternoten? Frisches Zuckerrohr? Vergorenes Obst? Fehlanzeige!
Karamell, Vanille und gebackene Banane mit Honig kommen einem da entgegen, aber auch Schokolade und alte Eiche. Hm...also doch Melasse? Richtig!
Wenn man ein wenig nachforscht, erfährt man, daß die 1972 geschlossene Destillerie Courcelles ab 1964 nur noch Melasserhum produziert hat. Aber mehr Information gibt das Internet nicht her. Dennoch, wenn man den Stoff probiert, fällt einem eine gewisse Ähnlichkeit zum Agricole auf, was sicher nich nur an den 35 Jahren im französischen Eichenfass liegt. Meine persönliche Vermutung ist, daß er ebenfalls im für Rhum agricole typischen Einzelsäulenverfahren destilliert wurde, welches nicht besonders hochprozentige, dafür aber um so aromatischere Rhums erzeugt.
Während mich die meisten populären Melasserums mit ihrer schweren, süßen Klebrigkeit eher langweilen, ist dieses Schätzchen richtig spannend. Vor allem der 58%ige vollzieht eine Entwicklung auf der Zunge, die einfach nicht aufhören will.
Zuerst kommt eine überwältigende, süße Fruchtigkeit, die absolut nichts von dem Alkohol spühren läßt. Sobald sich diese etwas zurückzieht kommen die Eiche, dunkle Schokolade und endlich auch etwas Zuckerrohr. Der Rhum wird beständig trockener bis er schließich mit Bitterschokolade und Kaffee seinen furiosen Abgang gibt.
Aber genug r(h)umgenerded für heute!
Wer sich den Spaß gönnen möchte, zu kaufen gibt's die beiden bei
www.drinkology.de und
www.koelnerrumkontor.de
Viel Spaß beim beschenken!
Kleiner Nachtrag, vor allem für unsere Leser aus der Schweiz: den Rhum gibt's auch bei
http://www.rhumhouse.ch
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