Montag, 30. November 2009

Introducing...Anna Knorr!


Nicht das es in diesem Fall einer großen Vorstellung bedürfte! Anna gehört zweifels ohne zu den bekanntesten und erfolgreichsten Barfrauen des Landes - und im Bereich Flair auch darüber hinaus. Daß sie diese Reihe eröffnet ist also nicht weiter verwunderlich.

Außerdem war Anna wohl die erste "richtige" Barfrau die ich kennengelernt habe, zu einer Zeit, als an meinem damaligen Arbeitsplatz noch die strikte Regel "Frauen vor den Tresen, Männer dahinter" galt. Im Sommer 2004 nämlich, als die Havana Club Bar Giants in Saarbrücken Station machten. Damals stand Anna im sechsten Monat schwanger auf der Bühne, ließ den Jungs die Flaschen um die Ohren fliegen und bekam als Belohnung auf der Bühne einen Heiratsantrag von ihrem -mittlerweile- Ehemann Matthias.

Aber das war natürlich nicht der Anfang ihrer Geschichte hinter der Bar...Der liegt irgendwo hinter einem Clubtresen in Frankfurt vor ungefähr zehn Jahren, als Anna eigentlich Azubi im Einzelhandel war und sich nur was dazuverdienen wollte, sicher auch um ihre spätere Gesang- und Klavierausbildung in Schottland zu finazieren.
Somit war die Gastronomie bei ihr zu Anfang wohl eher sowas wie Plan C. Aber gut, daß daraus doch noch Plan A geworden ist, denn sonst wäre die deutsche Barszene nicht nur um ihre einzige ernstzunehmende Flairtenderin sondern auch ein ganz besonders liebenswertes Powerpaket ärmer!

Aber lassen wir sie selbst ein wenig erzählen:


Ich bin Anna, 30 J. verheiratet mit Matthias Knorr, Kind (5) und Hund (7). Ich arbeite für Modernbartending (besteht aus Barschule München, Barperformance und Consultivation) und liebe meine Arbeit , da sie sehr vielseitig ist. Ich arbeite zum einen als Dozentin für die Barschule und gebe meine Erfahrungen, die ich an der Bar und in der Gastronomie gemacht habe an meine Schüler weiter. Es ist toll so eng und intensiv mit Menschen zu arbeiten und eine Herausforderung sich auf verschiedenste Charaktere einzustellen.
Da ich aber selbst noch gerne aktiv bin, bin ich auch für Barperformance unterwegs. Wir machen nicht nur Caterings, sondern versuchen auch aus jedem Event ein Highlight zu machen. Wir benutzen z.B. das Flairbartending & Barmagic dazu unsere Gäste zu begeistern.
Ich habe den Betrieb meines Mannes mit aufgebaut und unterstütze Ihn wo es nur geht. Wie sagt man so schön: "die starke Frau im Rücken des Mannes".

Ich weiß nicht ob ich sagen kann, daß ich besonders bin. Ich liebe einfach was ich tue. Ich hab immer Theater gespielt, habe eine Ausbildung für Gesang in Schottland gemacht und danach in Bars gesungen. So kam ich dann auch dazu hinter der Bar zu arbeiten. Ich sehe die Bar als meine Bühne. Ab und zu singe ich dahinter und lasse die Flaschen tanzen.

Ich denke das ich im Flairbartending sehr viel für uns Frauen geleistet habe. Ja, wir können auch fangen :) .
Ich bin jetzt seit
sechs Jahren aktiv auf Wettbewerben unterwegs, spiele immer bei den Jungs mit und das mit Erfolg! Die letzten Jahre war ich bei der Deutschen Meisterschaft immer unter den Top 10 der Herren und 2008 habe ich die World Tour der Damen gewonnen (PLatz 36 der Herrren).
Ich freue mich
immer, wenn ich viele Mädels im Flairkurs habe und noch mehr wenn sie dabei bleiben.

Ich denke das ich auch ein guter Animateur bin und meine Jungs im Büro immer neu motiviere, sie mit neuen, innovativen Ideen überrasche und wir dann zusammen alles ausarbeiten. Ja, ich bin ein absoluter Teamplayer, denn es zählt nicht nur was der Einzelne kann sondern was man zusammen erreicht.

Ich habe in meiner Karriere als Barfrau kaum schlechte Erfahrungen machen müssen. Natürlich kamen
Sprüche wie "Frauen gehören nicht hinter die Bar" - aber dazu kann ich einfach nix sagen, das ist mir zu blöd und mit solchen Männern diskutiere ich auch garnicht. Wenn das Ihre Meinung ist, dann arbeiten in ihrer Bar eben nur Männer - für mich auch o.k..
Allerdings muss ich sagen das man als Frau hinter der Bar auch nicht zimperlich sein darf! Wir müssen genauso wie die Jungs die Kühlschränke auffüllen etc. und zum Teil noch härter anpacken bis wir in einem neuen Betrieb ernst genommen werden. Aber im Grunde glaube ich, daß die Zeit "Frau an der Bar geht garnicht" vorbei ist. Es ist schön, zu sehen wenn Frauen gut hinter der Bar arbeiten und zeigen was Sie drauf haben.
Ich
habe bisher eher positive Reaktionen gehabt und auch Reaktionen wie : " Boa, ne Frau, die kann ja fangen!"

Ja so sind sie halt, die Männer ;)

Wir Frauen sagen ja auch " boa, meiner hat die Zahnpasta heut zugeschraubt! ;)

Freitag, 27. November 2009

Hausgemachte Shochu Bar Bitters



Liebe Bartender Labor Leser,

Es werden in dieser Zeit häufiger als man glaubt, neue Bitters auf den Markt geworfen. Recht so! Jede neue Kräutertinktur hilft uns unseren Gästen mit einem Tropfen einem Drink eine völlig neue Richtung zu geben! Sei es Zimt, Kardamom, Orange, Sellerie, Schokolade oder was es noch alles gibt!
Im Endeffekt sehe ich Bitters als Konzentrate, die sich ausgebreitet im Drink wunderbar entfalten, pur allerdings ungenießbar sind, da schlichtweg zu bitter.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, kaufen sich die Tage viele Bartender neuste Bitters und haben diese in ihren Bars zu stehen und probieren diese aus.
Viele Bitters sind Spirituosen die mit einem hohen Anteil an frischen oder getrockneten Kräutern aromatisiert bis mazeriert wurden.

Wenn ein Bitter mit hochwertigen Kräutern hergestellt wird, wird dieser dementsprechend teuer!

Es ist daher ratsam herauszufinden welche Grundbasis ein Bitter hat, um einfacher diese Bitters in Drinks zu verwenden. Ein Jerry Thomas Bitter hat nach meiner Kenntnis nach Rum als Grundbasis und ist daher ein idealer Partner für Rum Drinks.

Kräutertinkturen, die in dunklen Drinks verwenden haben häufiger Bourbon Whiskey als Grundlage, sollte der Bitter etwas rauchiger werden, nimmt man einen Single Malt zur Hand.

Um den Drinks einen ganz individuellen Touch aufzudrücken empfehle ich daher einen eigenen hausgemachten mit den eigenen Lieblingsgewürzen oder Kräutermischungen anzusetzen.

Hier ist z.B. das Rezept unserer hausgemachten Shochu Bar Bitters:

005g Stern Anis
028g Pimentbeeren
040g grüner Kardamom
470g Gewürznelken
016 Cassia Zimt
006g frische Minze
003g Lavendelblüten getrocknet
3 Tl Estragon getrocknet
250g frischer Ingwer
014g Muskatnuss gerieben
200g Tonkabohne zerstossen
100g Berberize zerstoßen
003g Rosenblätter getrocknet
0004 Vanilleschoten

Dies sind alles Gewürze mit denen ich sehr gerne arbeite! Die Dosis, die ich in einen Rye Whiskey einlege ist für eine Infusion viel zu hoch, daher wird das Endprodukt viel zu bitter! Wunderbar! Um dieser raffinierten Kräutertinktur nun noch ein wenig Kraft und Feinheit zu verleihen, werden noch ca 200gr oder nach Belieben selbst gekochtem braunem Rohrzuckersirup hinzugefügt.

Der Bitter ohne Zucker muss eine Woche stehen um die Aromen und Geschmäcker der Gewürze zu ziehen. Wenn er fertig ist müsste der Bitter holzig, extrem bitter und fast ungenießbar schmecken und ein leichtes Taubgefühl im Rachen erzeugen.

Bei dieser Kräutertinktur ist besonders zu beachten, dass Tonkabohne und Muskatnuss im hohen Maße toxische Wirkungen erzeugen und daher nicht missbraucht werden sollten. Der Bitter sollte daher niemals in Drinks wie dem Magic Water oder Angostura Sour verwendet werden, da dies extrem schmerzhafte bis tödliche Folgen haben kann. Wer 1-3 Bitters Pur probiert merkt die Wirkung des Bitters. Der Bitter ist allerdings so stark konzentriert, dass ein Tropfen pro Drink reicht und daher auch nach 20 Drinks der Gast problemlos mit dem Taxi nach Hause fahren kann!

Wer Inspirationen für neue Kräutertinkturen braucht sollte sich folgender Bücher bestellen:

"Aromen" von Joerg Sackmann


Auf über 250 Seiten beschreibt der hochprämierte Sternekoch Jörg Sackmann 50 unterschiedlichste Aromen informativ und kulinarisch und präsentiert jeweils ein dazugehöriges kreatives Rezept. Mit dabei sind beispielsweise Aromen wie Mispel, Mandel, Yuzusaft, Muscheln, Schinken und Süßholz. Ein Buch in der Nachfolge von Ingo Hollands "Gewürze" und Michael Hoffmanns "Kräuter" mit Potential zum Standardwerk.

und

"Gewürze" von Ingo Holland

Wozu passen Tonkabohnen oder Ajowansamen? Kaum jemand weiß das besser als Ingo Holland, Sternekoch, Gewürzhändler und Experte für Aromen aller Art. In seinem Bildband...beschreibt er seine Liebe zum Verfeinern und stellt auf 210 Seiten bekannte und unbekannte Gewürze und dazu passende Rezepte vor.

Rene und Ich hatten durch Inspiration wie diese bereits letztes Jahr einen Kräuter de Provence Bitter auf die Beine gestellt, den er in seinem sehr beliebten Templetini benutzt. Ich würde mich sehr freuen in diversen Bars in Zukunft hauseigenen Gewürzmischungen probieren zu können...

Dienstag, 24. November 2009

DUBAI



Eine arbeitsreiche und auf der anderen Seite sehr lehrreiche Woche liegt hinter mir. 7 Tage Sakéschulungen und Classic Bartrainings in Dubai und Abu Dhabi. In den ca. 15 Schulungen die ich gegeben habe bin ich in die besten Locations der Städte gekommen.

Und trotz der Ankündigungen, dass in Dubai Flairtending Vorrang hat und der beliebteste Cocktail dort ein "Bullfrog" ist (Long Island Iced Tea mit Red Bull und Blue Curacao), habe ich unglaublich viele gute Bartender mit dem Hang zur Klassik kennengelernt. Mit den Kursen, die von Ulric Nijs von "Focusbrands" organisiert wurden, haben wir versucht Wissen und Drang noch zu verstärken. Mit unglaublichem Erfolg.

Auch Saké ist ein grosses Thema. Internationales Publikum ist stets präsent und gewollt sich auf das edle Gebräu einzulassen, allerdings fehlt es am Grundwissen der meisten Bartender. Auch wenn der Griff zum Saké immer selbstverständlicher zu werden scheint, was die Rezepturen im späteren Wettbewerb zeigten.

Die UAE leben in einem Zwiespalt, denn zum Einen ist Alkohol verboten, in Hotels jedoch erlaubt. Und da sich dort sowieso der Hauptteil des "social life" abspielt, wird dort jeden Abend gebechert als gäbe es kein morgen. Alkohol für den privaten Bedarf bekommt man nur mit einer "alkohol drinkers license", die man beantragen muss. Die Karte limitiert jedoch den monatlichen Einkauf auf 10% des Einkommens, mehr darf man nicht für Alkohol ausgeben laut Gesetz. Das heisst, bei einem durchschnittlichen Gehalt von 500 Euro die hier ein normaler Bartender verdient lassen einen monatlichen Einkauf von max. 50 Euro zu. Was den Einkauf von Premium Destillaten schon mal für zu Hause ausschliesst. Aber keine Angst, zu dem Gehalt kommen dann noch Tip und man muss bedenken, dass das Hotel für Unterkunft, Verpflegung, Nebenkosten, Krankenversicherung, usw. aufkommt und der Verdienst steuerfrei regelrecht zum sparen oder verplempern gedacht ist. Und da muss man sich ranhalten, denn man arbeitet im Schnitt 12 Stunden und hat nur einen Tag frei.

Folgende Geschichte fand ich auch ganz amüsant. Da in den Vereinigten Emiraten ja auch Pornographie verboten ist, darf der "Sex on the beach" nicht als solcher auf Cocktailkarten stehen, sondern heisst "Fun on the beach" oder "S.O.T.B.". Unglaublich, aber wahr.

Enige der ganz Grossen unserer Zunft findet man auch dort. Beispielsweise Felix Hartmann, der nun schon seit Jahren sehr erfolgreich im Burj al Arab arbeitet und mit seinem Wissen und Können den Stil in der Bar deutlich geprägt hat. Die Cocktailkarte ist ein perfekter Brückenschlag von Klassik über Kreativität bis hin zur Nachfrage. Das Burj al Arab war einer der Highlights meines Besuches. Auf einen Gast kommen umgerechnet 4-5 Angestellte, und das merkt man. Vom Design, der Perfektion und dem guten Service bin ich nachhaltig begeistert.

Und dann gibt es da noch Dominik Schachtsiek, der vor Jahren aus der Berliner Vox Bar nach Dubai gekommen ist und sich dort schon bald als "Klassiker" etabliert hat. Er wird liebevoll der "opinionated alchemist" genannt und das trifft die Faust auf's Auge. Wenn man beobachtet mit welcher Hingabe Dominik seine Drinks rührt und schüttelt, wird einem klar, da steckt wahre Liebe zum Beruf dahinter. Für mich die schönste Attitude die ein Barmann zeigen kann.

Not macht erfinderisch. Es fehlen nämlich einige Basis Zutaten, die bei uns mittlerweile selbstverständlich sind. Aber ein Bartender wie Dominik weiss sich stets zu helfen. Die Auswahl an Vermouth ist klein und nicht zufriedenstellend? Dominik füllt den roten Standard Vermouth einfach mit getrockneten Süsskirschen auf um ihn fruchtiger und opulenter zu machen oder macht sich (demnächst) seinen eigenen. Der importierte Spiced Rum ist nicht so ganz nach deinem Geschmack? Kein Problem. Dominik rennt in die Küche und sucht sich aus den reichhaltigen Regalen sämtliche benötigten Gewürze wie Tonkabohnen, Vanille, Nelken usw. Und das ist Arbeit die ich schätze, alle guten Bartender in der Geschichte unseres Berufes haben sich immer gut selbst zu helfen gewusst. Wissen hilft.

Deshalb empfehle ich auch den Blog von Dominik Schachtsiek gelegentlich mal zu besuchen.

Am Ende meines Besuchs stand dann noch die "Classic Bartending Competition" von Marie Brizard an. Der Event wurde ebenfalls von Ulric Nijs organisiert und ich hatte die ehrenvolle Aufgabe als Ehrengast und Jury teilzunehmen. Der erste Preis war unter anderem eine Reise nach Paris zum Finale 2010.

Es war eine grosse Zahl von sehr ergeizigen und kreativen jungen Bartendern in die wunderschöne Buddha Bar gekommen, die zum ersten mal am einem klassischen Cocktailwettbewerb teilnahmen. Bislang gab es nur Flair Wettbewerbe. Und als Technikjury kann ich im nachhinein nur grosses Lob aussprechen, die hatten sich echt vorbereitet. Drei Drinks stachen ganz besonders hervor, von denen einer letztendlich auch gewonnen hat. Fadli Mohammad (siehe Foto) vom Media Rotana hat mit seiner perfekten Arbeit und seinem Drink "new fashioned 09" überzeugen können. Zuckerwürfel an einer Orange abreiben, mit Angostura Bitters tränken, Marie Brizard Orange Curacao und Knob Creek dazugeben und wie einen "old fashioned" zubereiten. Am Ende mit etwas Soda toppen und leicht aufrühren. Mit Orangenzeste garnieren.

Eine schöne Idee den "old fashioned" neu zu interprätieren, wo sich doch in der Stadt sonst nur alles darum dreht höher, schneller und teurer zu sein.

Freitag, 20. November 2009

Bars in 2020...Ich sehe Leidenschaft und Drama



So, nun werd ich auch mal meinen Senf zum Beitrag Joerg Meyers einer Bar in 2020 hinzugeben.
Ich sehe einen gewissen Trend an Cocktailinteressierten Gästen, ein höheres Qualitätsbewustsein und durch diverse Cocktailzeitschriften wie Mixology die genau dies propagieren!

Wenn wir Bars unseren Gästen als Leselektüre Zeitschriften wie diese als Zeitvertreib in die Hand geben, düften wir den langen Weg verkürzen.

Ansonsten ist das Wichtigste in Zukunft mehr auf Gesundheit und Wellness zu achten. Unsere Gäste werden in Zukunft Wohl oder übel mehr arbeiten müssen für das selbe Geld, welches durch Preissteigerungen etc. seinen Wert eigentlich verliert.

Dem müssen wir entgegenwirken und den inneren Stress den Gästen herausnehmen. Einen Ort bieten an dem der Gast seinen Rucksack auf dem Rücken abladen kann!

Man kann eine Bar zu einem Ort machen an dem der Gast die Welt draußen hinter sich lässt und
in einen Tempel der Myteriösen Versuchungen eintaucht.
Was unsere Gäste allerdings heute und morgen am meisten begeistert ist Leidenschaft, Kunst und Individualität. Jede Bar die ihren eigenen Stil hat und nicht andere kopiert, wird immer eine eigene welt bleiben. Ich wünschte mir natürlich am liebsten eine Bar mit Schauspielerischer Darbietung und Leidenschaft wie in der Live Performance der Band Shakespear's Sister. Wie oft sieht man heutzutage Sängerinnen, die von Liebe, Sehnsucht und Tod sprechen und dabei ausdruckslos in die Menge schauen und fast wie zu einer Statue erstarren.

Ich für meinen Teil liebe es wie die Dame am Ende des Songs mit den Fingern das Klavier mitmacht; oder wie die Band kontrastreicher diesen Song nicht performen könnten....
Solch Bars auf hohem Niveau gab es bis jetzt noch nie! Sprich Schauspielerische Leistung und gute Drinks!

Wenn der Bartender beides vereint, hat man was besonderes auf die Beine gestellt...
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Donnerstag, 19. November 2009

.....Ich hätte gerne noch ein paar Blüten in meinem Cuba Libre!



Wer mich diese Tage sucht, kann mich immer öfter im Lafayette in der Gourmet Abteilung antreffen. Nicht nur weil dort das neue UMA TOO eröffnet hat und ich bekannterMassen ein großer Sushi Fan bin, vielmehr, weil ich auch ein bekennender Tee Fan bin.

Neben Samova Tees und Dammann Frere Tees, die ich auf diesen Blog bereits vorgestellt haben möchte ich heute die dritten Teesorten bekannt machen, mit denen ich sehr gerne arbeite:

Ich präsentiere Mariage Freres:


Sicherlich haben viele Bartender in Deutschland bereits versucht mit Tee Cocktails zu kreiren. Man nahm Jasmin Tee, Earl Grey und Roiboos Vanille und fügte diese in diverse schmackhafte Tees hinein. In manche Drinks passte der Tee perfekt, der andere wurde lediglich verwässert oder schmeckte einfach nur muffelig oder sogar unangenehm.

Die Gründe liegen auf der Hand;

auch bei Tees in Cocktails muss die Qualität stimmen! Ein qualitativ hochwertiger Tee entfaltet sich wunderbar und wird zum Charakter eines Cocktails soweit man ihn bewusst einsetzt! Manchmal entscheidet sich ein Autofahrender Gast für einen Drink der alkohollastig ist und gegen einen Alkoholfreien Fruchtcocktail, weil dieser einfach nicht komplex genug ist. Ein Tee kann diese Geschmacksvielfalt bieten! Sofern er von hoher Qualität ist wie die besagten oben genannten 3 Firmen.

Mit Tee erhält man neue Geschmackskombinationen! Es ist ist z.B. möglich Yuzu, Malven oder fertige perfekt aromatische Weihnachtstees in Drinks zu benutzen.

Wie man das macht erzähl ich Euch ein anderes mal....

hier erstmal ein wenig Theorie über Mariage Frere....



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Dienstag, 17. November 2009

Aus dem Nähkästchen einer Barfrau



Lange hab ich hin und her überlegt wie ich mit dieser Reihe anfangen soll, wen ich zuerst portraitiere, ob ich erstmal ein Vorwort schreibe und vor allem wie ich mit diesem speziellen Beitrag über eine bestimmte Dame umgehen soll. Die Dame, die ich meine, hat sich nämlich bereiterklärt ihre Gedanken und Erfahrungen beizusteuren, möchte aber anonym bleiben.
Wie aber mache ich ein Potrait über jemanden, der weder genannt noch erkannt werden möchte? Garnicht. Aber etwas anderes kann ich tun, nämlich ihr die Eröffnungsrede zu meiner Portraitreihe über Barfrauen überlassen. Also lest und staunt wenn Jane Doe aus dem Nähkästchen einer Barfrau plaudert....

Ich muss aus der Vergangenheit sprechen, da ich ja keine aktive
Bartenderin mehr bin. Als ich den Job rund zehn Jahre lang ausübte,
liebte ich ihn stets mehr, als ich ihn gleichzeitig hasste. Es gab
zwei Gesichter.

Das tolle am Bartending war, dass man in gesunder Distanz und dennoch
intensiv am Menschen arbeitet. Die Distanz bringt das "(Be)Dienen" mit
sich. Der Bartender erfüllt im Auftrag des Gastes dessen Wünsche, die
sich auf Getränke beziehen. Eine Art Oberflächlichkeit, die nicht viel
mit dem leiblichen Wohl zu tun hat, schon garnicht mit dem psychischen,
sondern mit Genuss.
Und dennoch kommt es oft vor, dass der Gast nicht nur ein Getränk
möchte, sondern in die Bar kommt, um Mensch zu sein, wahrgenommen zu
werden und sich auszutauschen. Da Bartender für ein Gespräch keinerlei
Hürden bieten und nicht "angequatscht" werden müssen, sondern von sich
aus die (zunächst getränkebezogene) Kommuniaktion eröffnen, hat der
Gast wenig Hemmungen, sich ihm gegenüber zu öffnen. Die gesunde
Distanz bleibt dabei (meist) erhalten. Der Gast weiß, dass er Gast ist
und einen "Bediensteten" vor sich hat, dessen Beruf es ist, sich auch
mal mit Gästen zu unterhalten. Es wird nicht privat, auch wenn die
Themen manchmal privat sind. Beide würden sich normalerweise nicht
andernorts privat treffen. Die Bar ist der Ort der Kommunikation, da
sie eine Art Schutz für beide bietet.

Die hat mir sehr gefallen und machte mir nach meinem Studium
die Entscheidung für die Gastronomie leicht. Die Therapie war mir viel
zu nah am Menschen, zu fordernd. Die Gastronomie bat ein angenehmes
Plateau der zwischenmenschlichen Kommunikation. Das schönste war,
wenn ich es schaffen konnte, dass ein schlecht gelaunter Gast am Ende
desAbends mit einem Lächeln aus der Bar ging. Das allein war die Mühen
wert, die der Job mit sich bringt.

Und da wir gerade beim Fordern sind: Ein großes Contra legten
diejenigen Gäste zu dem Job des Bartendings, die nur forderten und das
Personal herablassend als ihre Diener verstanden. Manche Menschen
nutzen die Chance, sich so aufzuplustern und tun, als wären sie
der, der sie gern sein würden. Sowas hat mich immer sehr genervt.
Besonders die Tatsache auch in solchen Sitationen stets freundlich
bleiben zu müssen und dem Gast nicht die Meinung aufs Brot schmieren
oder ihn des Hauses verweisen zu dürfen. Wir sind alle nur Menschen!
Aber das sehen manche Menschen anders.

Das Gefühl des Dieners an sich hat mich zum Teil auch belastet, wenn
ich Tage mit schlechter Laune oder Übermüdung wegen langer Nachtschichten
hatte. Es war oft so,
dass ich dachte, nur für andere zu arbeiten und ihnen alles recht zu
machen, ohne das jemand fragt, wie es mir geht. Das Gleichgewicht des
Gebens und Nehmens geriet bei dem Job oftmals aus dem Lot. Besonders
in Tagen, in denen zu wenig lächelnde Gäste aus der Bar gingen.

Die physische Anstrengung des Jobs, das schwere Heben und nächtliche
Arbeiten, hat mir selten etwas ausgemacht. Ich fand es sogar gut,
irgendwie "gegen den Strom zu schwimmen" und zu arbeiten, wenn andere
schlafen und umgekehrt - auch wenn sich die privaten sozialen Kontakte
dann größtenteils auf Kollegen beschränkten. Aber meine Gelenke sahen dies
nachhaltig anders.

Aber was macht Frauen an der Bar besonders? Nun, zunächst ihre
Anziehungskraft auf Männer, die die besseren "Kunden" sind, weil sie
meist stärker trinken und in Gruppen auftreten. Zudem sind Frauen
feinfühliger, sehen zum Teil besser als Männer, was der Gast möchte
oder wie er drauf ist, was er sich vom Abend verspricht. Drittens sind
Frauen kreativer. Bezogen auf Drinks und Garnituren ein Vorteil. Und
sie sind koordinierter, bekommen schneller Abläufe organisiert.

Nachteilig an Frauen ist, dass sie physisch einfach nicht für das
Kistenschleppen oder Fässerwechseln gemacht sind. Auch strahlen sie
nicht die gleiche Autorität aus, wie Männer. Eine Frau alleine eine
Bar schliessen zu lassen ist meist nicht unbedingt eine gute Idee.

Und wie sich mein Geschlecht auf meine karriere ausgewirkt?
Ich habe es nie als schwierig empfunden, als Bartenderin einen Job zu
bekommen. Die einzige Schwierigkeit ist, sich den Männern gegenüber
"zu beweisen" und als gleichwertige Kraft angesehen zu werden. Das
kann dauern bzw. klappt in manchen Fällen überhaupt nicht (Machos). Man muß
sichals Frau eine harte Schale zulegen und "seinen Mann stehen". Der Job
kann ein Knochenjob sein, also Zähne zusammenbeissen beim geniessen!

Wir Frauen sind nicht besser als die Jungs. Wir sind nur anders als sie.


Montag, 16. November 2009

Können Showbarkeeper auch Cocktails mixen, oder ist klassisches Bartending immer langweilig anzusehen?



Hallo liebe Blogleser,
bei diesem Thema möchte ich Eure Meinung hören!
Aus meiner Sicht ist dieser Gedanke schon lange überholt. Heutzutage können (sollten zumindest) Flairbartender Cocktails genauso professionell mixen (heißt: Technik, Menge beachten usw.) wie klassische Barkeeper.
Auf der anderen Seite finde ich es faszinierend, wie klassische Barkeeper durch spezielle Techniken/Hilfsmittel ihre Gäste in den Bann ziehen und die Zubereitung der Getränke zu einem Erlebnis werden lassen. Mini-Bunsenbrenner, Thermoskanne (für einen eiskalten Cocktail) oder Zerstäuber sind nur einige der „neuen“ Hilfsmittel eines Barkeepers von Heute.
Nur durch diese Kreativität entwickelt sich die Barkeeperszene weiter, und das kann für uns alle nur von Vorteil sein!

Der oder das Flair (von frz.: „Gespür, Witterung“), ist ein Synonym für Atmospähre, Stimmung, Ausstrahlung, Talent (Quelle Wikipedia).
Wenn man sich mit der Erläuterung auseinander setzt, wird einem schnell bewußt, dass das Wort Flair sich auf jeden Barkeeper beziehen kann.
Soweit würde ich nicht gehen, aus meiner Sicht gibt es eine Vielfalt an verschiedenen Stilrichtungen unter uns Barkeepern.
Alle Stile haben eine Daseinsberechtigung, solange das Endprodukt in Sachen Qualität und Zubereitung in einem einwandfreien Zustand ist.

Das Wichtigste in unserem Beruf ist doch, dass der Gast eine schöne Zeit hat und mit seinem Getränk und Service zufrieden ist.
Welcher Stil dafür gesorgt hat, ist dabei sekundär!

Ich habe mich über dieses Thema mit meinem Freund Marcel Baumann unterhalten.
Herr Baumann ist Gründungsmitglied der Shadowshaker, wohl eine der besten Flairbartendergruppen Deutschlands und arbeitet zur Zeit im LeLion (Hamburg). Einer Bar, die in Sachen Barkultur wohl ihresgleichen in Deutschland sucht.
Hier seine Stellungnahme:

„Flair ist ein Wort, welches direkt übersetzt nichts anderes heißt als
Begabung ,Talent ,Gespür ,Spürsinn oder Fingerspitzengefühl.
Ich finde, das ist aus dem Grunde ein ganz einfaches Thema!
Für mich sind Bartender die mit Flaschen werfen genauso Flairbartender wie Harry Johnson oder Jerry Thomas, oder Bartender die Eiskugeln schnitzen, Bartender die Drinks werfen oder ein perfekter Gastgeber!
Vor 1 1/2 Jahren hat ein Fachkollege aus Köln mal zu mir gesagt, er würde niemals bei mir einen Sazerac bestellen, da ich ja irgendwie Flairbartender bin! Nach solchen Kommentaren sollte man sich vielleicht lieber dem Thema " wannabebartender" widmen, denn davon haben wir genug!
Ich finde diese Verachtung anderer Arbeitsstile furchtbar. Solange jemand ein Talent für etwas hat und dieses mit sehr viel Fingerspitzengefühl durchführen kann, habe ich sehr viel Respekt vor diesen Bartendern.“

Wie seht Ihr das?

Ich bin gespannt...

Euer Alex

Der Bartender und das Thema Alkohol im Straßenverkehr

Vor einiger Zeit gab es einen post von mir bei dem es um das Thema Alkohol im Staßenverker ging.

Die Resonanz darauf war ziemlich groß. Es gab viel Lob, dass man auch dieses Tabuthema mal in so einem Blog näher beleuchtet. Andere fanden es interessant, dass man erfährt, was einem so blüht, wenn man unter Einfluss von Alkohol fährt.

Es gab aber natürlich auch konstruktive Kritik. Zum einen, dass einige Sachen gar nicht behandelt wurden. Und zum anderen kam es dazu, dass mich Bartender ansprachen und nachfragten, wie man sich zu verhalten hat, wenn ein offensichtlich angetrunkener Gast in sein Auto steigen will.

Und einigen war das Thema einfach zu „trocken“ und fanden, dass es nicht interessant genug vorgetragen wurde.

Aber wie euch sicher denken könnt, ist das Thema sehr komplex und ja, es ist wirklich trocken.


Nichts desto trotz, gab es mehrere Anfragen, ob ich nicht mal in einer kleinen oder auch größeren Runde darüber etwas erzählen kann, um dann auch Fragen zu beantworten und etwaige Unklarheiten zu beseitigen.

Gesagt getan. Die Anfrage von Eyck Thormann, Sascha Thieben und Thorsten Schulz im Rahmen der Sektionssitzung der DBU Hamburg / Schleswig Holstein, war dann genug Anlass für mich die Maschinerie in Gang zu bringen.

Natürlich musste die ganze Sache im Hause der Polizei von „ganz oben“ abgesegnet werden. Und da die Mühlen der Behörden nun mal langsam mahlen, dauerte es auch eine ganze Weile, bis ich das Go bekommen habe. Nun war es soweit. Mein Kollege Dirk Freudenberg und ich bereiteten das ganze vor

Um die ganze Sache anschaulicher zu machen besorgte ich ein Alko-Testgerät zum Pusten, Flyer und anderes Infomaterial. Mein Kollege erstellte extra eine Powerpointpräsentation für den heutigen Tag.

Am besagten Tag wurden dann in der NOX-Bar drei "Probanden" für einen Atemalkoholtest gefunden.

Das Ziel hierbei war zu sehen, wie verschieden der Alkohol auf den einzelnen Menschen wirkt. Johannes Bak, Marcel Baumann und Ricarda Hahn stellten sich freundlicher Weise zur Verfügung, um auf DBU-Kosten kontrolliert zu trinken. Unterschiedliches Gewicht, Alter und Geschlecht werden unterschiedliche Ergebnisse bringen.
Wie genau so ein Atemalkoholtest ist, zeigt das Beispiel, dass ich aus meiner beruflichen Praxis vorweisen kann. Damals hat ein Pkw-Fahrer 1,67 Promille gepustet. Anschließend wurde er zur Blutprobenentnahme zur Wache gebracht. Das Ergebnis der Blutalkoholkonzentration kam dann drei Tage später vom Institut für Rechtsmedizin. Das Ergebnis lautete 1,65 Promille.

Am Anfang pusteten alle drei 0,00 Promille.

Dann bekamen alle exakt das gleiche zu trinken. Dabei war darauf zu achten, dass man ungefähr gleich schnell trinkt.

Die Reihenfolge war: 1. Gin Tonic:(4cl T10),

2. Negroni: Jeweils 4cl Antica, Tanqueray, Campari.

3. kleines Jever: (0,33l) und 4. 1 Glas (0,2) Prosecco.

Da Herr Baumann schon immer wissen wollte, wie viel Promille er nach einem Gin-Tonic hat, wurde 20 Minuten nach dem Austrinken der erste Alko-Test gemacht.

Das Ergebnis war 0,08 Promille. Bei Ricarda waren es dagegen schon 0,22 Promille.

Herr Bak lag genau dazwischen. Also alles soweit im Rahmen. Aber das muss nichts heißen. Wer weiß, wer wann und was etwas gegessen hat. Darüber hinaus kann es sein, dass der Wert noch weiter ansteigen kann.

Nach meiner Einleitung und Vorstellung hielt mein Kollege dann, wie ich finde einen sehr anschaulichen und ganz und gar nicht trockenen Vortrag. Wobei auch das Thema Garantenstellung(Wie verhalte ich mich als Bartender gegenüber betrunkenen fahrwilligen Gästen und was sind die rechtlichen Konsequenzen, wenn ich nichts tue) nicht zu kurz kam. Auf dieses Thema gehe ich demnächst aber in einem gesonderten Beitrag hier ein.Jedenfalls gab es sehr viele Fragen. Das war sehr positiv, da wir mit so einem starken Interesse nicht so unbedingt gerechnet haben. Die Fragen wurden dann natürlich ausführlich beantwortet.

Nach dem Bier und dem Negroni wurde dann wieder gepustet.

Marcel Baumann hatte nun 0,42 Promille Ricarda bereits 0,62 Promille. Herr Bak war wieder dazwischen. Wenn Ricarda jetzt noch fahren würde, wäre sie um 500 € ärmer und um 1 Punkt reicher.


Man konnte bei Marcel bereits eine undeutliche und verwaschende Aussprache. Auch wenn er sagt, dass er sich noch relativ fit fühlt. Dann gab es den letzten Prosecco. Nach Ende des Vortrages wurde das letzte Mal gepustet.

Und man merkte, dass jetzt einige Zeit vergangen ist. Der Alkohol fing an sich bereits abzubauen. Faustformel hierfür ist ca. 0,1 Promille pro Stunde.

Am Ende pustete Marcel 0,26 Promille und bei Ricarda waren es immer noch 0,52 Promille.

Ich hoffe, dass es euch diesmal nicht zu trocken war. Natürlich könnt ihr mich wenn ihr mich seht immer zu diesem Thema ausfragen falls ihr Fragen habt. Und wir können uns dann bei dem ein oder anderen Drink gern"feuchtfröhlich" darüber unterhalten.


Ich freu mich drauf. Zum Wohl euer Olaf

Sonntag, 15. November 2009

Working in Dubai - What are the advantages and disadvantages?


Vor einem Jahr habe ich über einen verflossenen Traum geschrieben, einmal in Dubai zu arbeiten (click here).

Allerdings schreckt es viele Leute ab den Schritt zu wagen, da einfach zu viel darüber geredet wird. Felix Hartmann, hat mal wieder einen großen Schritt gemacht, indem er eine Brücke direkt von Deutschland nach Dubai geschlagen hat.

Im folgenden Text erfahrt ihr genau was zu beachten ist, bevor man sich in Dubai bewirbt.
Sollte man den Text nicht verstehen können, sollte man sich nicht in Dubai bewerben!

Dear Friends,

After we have posted the last news in regards to Bartending in the UAE,
several of you actually asked us - or are still wondering - is it worth
working in Dubai?

What can you expect in terms of wages, benefits, salary, tips?

Let us quickly and straight forward tell you the, sometimes
inconvenient, truth:

All listed Salaries are listed in Dirham, the local currency and
based on our experience only. For converting into Dollars, devide by
3.65. Our local currently is fixed to the Dollar and does never change, so you can consider earning Dollar. Our Euro exchange Rate is based on 5.0, which is an average for the last 4 years.

Bartender: 1500 - 2000 AED = 300 - 400 Euro

Bar Captain/Teamleader/Supervisor: 1800 - 3000 AED = 360 - 600 Euro

Assistant Manager : 3500 - 6000 AED = 700 - 1100 Euro

Bar Manager: 5000 AED - approx. max. 12000 AED ?

Accommodation is taken care of by your employer

Transportation to your Bar/Hotel is taken care.

Health Care is taken care of.

You don't pay for Water, Gas, Electricity etc., no tax,

Tips: Depends from venue to venue, but you can surely as bartender
double, triple your Salary in many places :-)

Salaries may vary from Bar to Bar and usually independent Bars (not
directly to Hotels connected) pay more than Hotel Groups such as Hilton,
Sheraton, Jumeirah, Hyatt, Emaar etc.

On the first sight, it may look that you really earn not much, but you
need to compare what is left at the month end - because you actually
don't have much expenses.

What are the disadvantages on the other side?

Straight forward:

* You need to share your flat/room with someone you don't know in many cases and for many positions.

* People come often to work not for living to Dubai - that is
the common perception and so is the motivation of many staff

* The offers and availability of spirits are "limited" - the
Craft of Bartending compared to NYC/London/Berlin/Sydney is a "few"
years behind.

* 6 day working week at many Hotels

* It does not rain much ;-)

...and there are a few more...

>From our own point of view, it is very much worth it working in Dubai if
you know for what reason you are coming. You have to have a long term
plan and goal in mind, otherwise Dubai will frustrate you. Take the best
out of it! It is great to work and learn here with multicultural
colleagues within an middle east/Arabic environment and customers from
all over the globe



Cheers,

D.B.C.

Hier noch ein paar Impressionen....



Vielen Dank Für Deinen Einsatz Felix!

Mit den besten Grüßen,

Euer Arnd video

Sonntag, 8. November 2009

Blaues Blut in der Shochu Bar


Nein es geht nicht um den Besuch etwaiger Fürsten oder Grafen in meiner neuen Wirkungsstätte, es geht heute um RICHTIGEN Adel! Schottischen Adel, um es etwas zu präzisieren.
Na, ahnt ihr es schon? Ja! Wir haben ihn! Dieses legendäre Etwas, das viele gesehen haben wollen, dem aber niemand wirklich begegnet ist, fanatischer gesucht als Osama bin Laden, mysteriöser als der Yeti und schwerer zu bekommen als Tickets für die Fußball WM...steht er doch bei uns im Regal: Der bombastische Lord of the Isles!



Für all jene, die noch nichts von diesem seltenen Stöffchen gehört haben: Hierbei handelt es sich um einen 25jährigen Ardbeg, DEN 25jährigen Ardbeg. Warum es was Besonderes ist, ihn im Backboard zu haben, fragt ihr? Also dazu muß ich jetz ein wenig ausholen...

Ersteinmal, Ardbegs sind immer besonders. Kaum eine Destillerie hat es so oft geschafft ihre Whiskies Jahr für Jahr ganz oben in den Bestenlisten (und meinem Regal) zu plazieren wie Ardbeg. Die absolut genialen, ardbegtypischen Aromenkombinationen aus Zitrus, Torf, Rauch, Erde und samtiger Malzsüße sind eine deratig knifflige Herausforderung an die Geschmacksnerven, daß jeder Schluck Ardbeg einer Achterbahnfahrt gleicht. Ja, ich überstrapaziere diese Phrase, aber ich liebe diesen Stoff!



Zum Anderen sind 25jährige und ältere Single Malts natürlich bei gut betuchten Gästen immer sehr gefragt, sicherlich auch weil sie selten und teuer sind.
Beim Lord of the Isles ist dieser Faktor ein ganz erheblicher, da es in absehbarer Zeit keinen Nachschub an 25jährigem Ardbeg geben wird. Die Ardbeg Destillerie war nämlich von 1981 - 1989 geschlossen, d.h. die ältesten, nach der Wiedereröffnung abgefüllten Fässer werden erst in fünf Jahren das Vierteljahrhundert erreichen.

Bis dahin muß er also reichen, der Lord, was seinen Preis in den letzten ein, zwei Jahren in astronomische Höhen hat schießen lassen. Das widerum macht ihn zu einem heißbegehrten Objekt für Sammler und Spekulanten, was leider, leider noch weniger übrig läßt für Leute wie mich, die nämlich guten Whisky einfach nur Trinken wollen.

Doch eine Flasche haben wir nun für euch ergattert - einfach nur zum Trinken.
Also, wer schon immer mal einen Lord of the Isles probieren wollte, sollte schleunigst vorbeischauen solange noch was da ist. Und wer sich den Schluck nicht leisten kann oder will, kann trotzdem kommen - dem erzähl ich dann wie er schmeckt, der Lord. Ich hab ihn nämlich schon probiert...

Es geht weiter mit einem Whiskey Sour einem weiteren Solero und einem Tintenfisch!



Wer erinnert sich noch an die traumhafte Geschichte, die mit einem Whiskey Sour begann?
Als erinnerung hier nochmal zum nachlesen...
Nun, nach dieser Woche kann ich nur noch sagen, dass der Traum weiter geht. Mr. X beehrte unsere Bar mit hundert Gästen....Ich wette keiner von Euch kann erraten was dieser erlesene Gästekreis verzehrt hat....

Es scheint als wäre nahe der Weihnachtszeit, wilde Märchenstunde in der Shochu Bar ausgebrochen. Mitlerweile ist es ein buntes Aufgabenspiel geworden, Bedürfnisse, Geschichten, Themen oder Desserts vorzugeben die dann in flüssige Form umgewandelt werden.

So geschehen letzte Nacht:

Die Dame arbeitet für eine Filmproduktion und dreht einen Film bei dem es sich um einen Herren handelt, der Nachts im Auto die Gegend unsicher macht mit dem tiefsten Bedürfniss sich das Leben zu nehmen....

Auf seiner Reise trifft er einen Menschen, der versucht in von seinem Wunsch abzubringen....
....Die Geschichte hat ein ganz besonderes Ende, welches, muss in Kino geschaut werden....

Auf jeden Fall sollte aus dieser Story ein Drink gewandelt werden. Selbstmordt ist tot - tot ist Schwarz! Da ich keinen schwarzen Wodka im Stock habe entschloss ich mich dazu tintenfischfarbe zu benutzen. Da der Herr scheinbar ein bischen Lebenswille übrig hatte musste auch etwas gesundes in den Drink; sprich ein Earl Grey Infused Gin. Dazu eine Portion Zitrone und Blutorangensirup.

Der "Schutzengel" ist etwas wie eine lebensrettendes Symbol, also symbolisch wie eine Wolke. Eine Wolke aus Vanille ist für diverse Personen unter uns der Himmel auf Erden also musste es eine Haube aus Milch und Vanille sein.

Fertig ist der Drink! Die Dame war begeistert aber auch geschockt zugleich, dass etwas was pur wie Fisch riecht in einem Drink einfließen kann...
Das genaue Rezept mit Foto folgt die nächsten Tage auf diesem Blog wenn das Foto der Dame mit zugesendet wurde....

Bis dahin alles Gute und hier ein angenehmer Song für kalte Wintertage....
video


Viel Spaß!

Mittwoch, 4. November 2009

DRINKING WITH DICKENS

Ein wunderbares Schnäppchen konnte ich die Tage in einem englischen Antiquariat machen. Für nur wenige Pfund habe ich ein wunderbares Exemplar der zweiten Auflage von Cedric Dickens' "Drinking with Dickens" erworben. Aus dem Privatbesitz von C. Dickens aus North Cadbury, Somerset. Mit persönlicher Widmung von Cedrik Dickens.

Aus diesem Buch hat uns bereits 2007 Xavier Padovani leckere Gin-Drinks serviert. Und schon damals habe ich mich in dieses Buch verliebt. Es beschreibt auf wunderbare Weise wie "educated" in Dickens' Kreisen getrunken wurde. Charles Dickens beispielsweise hat bereits während des Ankleidens zum Dinner eine Flasche Champagner getrunken und hielt seine Eltern für "Spiesser", nur weil sie sich zusammen eine Flasche geteilt haben. Und sein Ur-Enkel Cedric Dickens hat genau diese Schule genossen und erzählt davon in vielen amüsanten Geschichten aus den engsten Familienkreisen. Freunde und Characters aus seinen Büchern werden unterteilt in "drinker", "good drinker", "medicinal drinker", "desperate drinker" und "drunkards". Cedric Dickens hatte stets Angostura an seinem Nachttisch stehen, nahm morgens zwei Teelöffel davon und behauptet nie in seinem Leben einen Kater gehabt zu haben. Und nachdem er 1857 zum ersten Mal eine Unmenge von Mint Juleps im Pickwick Club in New Orleans genoss, hat er dieses Ereignis jährlich zuhause wiederholt. "Jedes Jahr, sobald die Minze in perfekter Kondition ist, stelle ich alle benötigten Zutaten und Becher in den Froster und lade für den nächsten Tag einen starken und dankbaren Freund ein. Das ist eine Zeremonie die im kleinsten Detail durchgeführt werden muss, aber sie ist es wert: und vergiss nicht, dass eine Flasche Bourbon gerade mal so für zwei reicht."

Viele, viele informative Geschichten wie die von Canon Kir, dem damaligen Bürgermeister von Dijon, der damals einen unglaublich populären Sommerdrink kreirte... den "Kir". Weisser, trockener Burgunder mit Cassis, und als "Kir suprème" mit sparkling Burgunder. Später hat sich dieser Drink zum allseitsbekannten "Kir Royal" weiterentwickelt.

Nahezu alle gängigen Drinks mit vielen Sidekicks und Storys. Rezepte für Liköre die bis zu acht Jahren lagern müssen bis hin zu "Auntie Georgie's Recipe for Ginger Beer". Ein wirklich aussergewöhnliches Buch.

Auch die Variante, auf den "John Collins" zwei dash Angostura zu geben, finde ich grossartig. Das praktiziere ich nämlich schon seit Jahren gerne, habe aber total vergessen wie oder wodurch ich damals darauf gekommen bin.

Die Geschichte des "Swissitch" ist auch sehr interessant. Ein Teelöffel Salz mit einem grossen Schluck Gin im Mund heftig kauen, runterschlucken und in ein Zitronenviertel beissen. Das war der Lebensretter der englischen Armee in Ägypten 1940. "Ein Swissitch gibt dir Appetit - zwei oder mehr machen Essen unnötig. Aber das Salz ist natürlich lebensnotwendig in der Hitze."

Und die "Burnt Pink Gin" Variante musste ich natürlich sofort ausprobieren. Eine Portion Gin in ein Glas geben. Einen Teelöffel voll Angostura anzünden und wenn es gut brennt in den Gin rühren. Mit Wasser nach Geschmack auffüllen. Sensationell.

Cedric Dickens Rezept gegen Jet-Lag ist auch der Hammer. "Vor dem Boarding eine Flasche Champagner trinken. Das ist schonmal wichtig um das Gefühl eines Schafs in der Herde zu unterdrücken, das man an diesen neumodischen Flughäfen hat. Anschliessend zu jeder vollen Stunde eine Viertel Flasche Champagner zügig trinken. Nimm es medizinisch. Trinke während du den Gang rauf und runterspazierst, dann setze dich wieder hin und relaxe bis zur nächsten vollen Stunde. Vergiss nicht, und das ist sehr wichtig, lass keine feste Mahlzeit deine Lippen passieren. Dein Magen ist ein wesentlicher Faktor des Jetlags. Deshalb verwirre ihn indem du ihm nichts zu essen gibst und spül es runter mit deiner regelmässigen Medizin, zu jeder vollen Stunde."

Im Anhang sogar noch ein handschriftlich eingetragenes Rezept, das auch ganz lecker ist:

Alle die dieses Buch noch nicht besitzen, sollten jetzt die Suchmaschinen anwerfen, denn das Buch ist noch zu einem guten Preis und relativ häufig zu finden.

Dienstag, 3. November 2009

Uuuuhh, Baby....


Ja, heute wird's wieder emotional!
Es geht um einen Stoff, der mich immer wieder schwach macht, dem ich nie widerstehen kann, von dem ich eine ganze Badewanne aussaufen könnte und es trotzdem nicht genug wäre: der geniale Punt e Mes aus dem Hause Carpano.

Natürlich wäre die blose Existenz dieses göttlichen Getränks schon Grund genug darüber zu schreiben, aber den eigentlichen Anstoss bekam ich vor ein paar Tagen. Am Samstag Abend nämlich, als wir nach Dienst noch in einer sehr hoch gelobter Berliner Bar zu Gast waren. Ich hatte keine Lust zu trinken, aber wie schon gesagt, Punt e Mes geht immer. Ich also nett und freundlich Punt e Mes auf Eis bestellt. "Hähh???" war die Antwort. Ich nett und freundlich meine Bestellung wiederholt. "Was soll'n das sein??" war die Antwort. Hach ich liebe guten Service. "Ein roter Wermut" war meine nette, freundliche Erklärung. "Hamm wa nich!" war die Antwort.
"Äh, doch. Steht da hinten links" war mein netter, freundlicher Hinweis. Augen verdreht's und zieht von dannen um dann aber - Gott sei Dank- mit meiner Bestellung zurückzukommen.

Warum erzähl ich das? Nicht um Kollegen zu dissen, sondern weil mir da mal wieder klar geworden ist, daß es auch noch eine Welt außerhalb unserer Nerd-Seifenblase gibt, in der Menschen leben, die noch nicht wissen wie großartig Punt e Mes ist.



Mein absolutes Aha-Erlebnis diesbezüglich war, wie so oft, ein Blind Tasting, diesmal im Zuge der Mixology Vermouth Master Class.
Meine ersten Erinnerungen an Punt e Mes waren nämlich alles andere als erfreulich: ein fieses, bitteres Zeug, daß verstaubt in der hintersten Ecke des Regals steht (und in diesem Fall wohl auch schon seit Jahren offen und somit wirklich fies war).
Dann aber kam besagtes Tasting und ich staunte nicht schlecht als doch tatsächlich das Produkt mit den meisten Punkten auf meinem Bogen Punt e Mes war.

Seit diesem Tag sind wir unzertrennlich. Selbst meinen Manhattan will ich nicht mehr ohne, dafür dann aber gerne ohne Bitters.
Und noch etwas anderes habe ich aus dieser Master Class mitgenommen, meinen absoluten Lieblingsdrink zur Zeit und die für mich perfekte Art meinen Punt e Mes zu trinken:

Duplex

4,5cl Punt e Mes
4,5cl Noilly Prat Dry
2 dashes Orange Bitters

das Ganze auf Eiswürfeln kaltrühren und mit einer Zitronenzeste abspritzen.

Bastian Heuser hat das Rezept aus dem Buch "Drinks" von Jaques Straub aus dem Jahre 1914 ausgegraben, mit Carpano Classico gemixt und das ganze ohne Eis im Martiniglas serviert.
Ich bevorzuge ihn mit punt e Mes und auf Eis. Ausprobieren und toll finden!

Ach und wer jetzt auf den Mangel an eigentlicher Information über Punt e Mes hinweist, der hat natürlich vollkommen recht. Aber da ich nunmal von Natur aus faul bin und andere das schon so schön aufgeschrieben haben, hier der Link dazu:

http://www.drinks-magazin.com/html/klassiker_show.do?id=15

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