Montag, 1. Februar 2010

I like...



...Admiral's Bar.
Wie fang ich das jetzt an? Zu schreiben, warum ich die Admiral's Bar im Berliner Admiralspalast toll finde, sollte eigentlich einfach sein - eigentlich. Allerdings stürmen mir gerade so viele Gedanken durch den Kopf, daß ich garnicht weiß, wo ich anfangen soll.

Außerdem beschleicht mich so etwas wie Ehrfurcht, wie auch jedesmal wenn ich unter den großen Kronleuchtern hindurch in den Innenhof des Admiralspalasts trete. Es ist, als würden mich die Geister der Vergangenheit begrüßen, einer prächtigen und prunkvollen Vergangenheit. Kaum bin ich durch die dunkle Kellertür zur Admiral's Bar getreten, bekomme ich Gänsehaut, laufen mir Schauer über den Rücken. Geht es nur mir so? Die Wände dieses Gebäudes scheinen ihre eigenen Erinnerungen zu haben, angefüllt mit der Geschichte des letzten Jahrhunderts und dem Lachen vergangener Tage. Zu gerne würde ich ihre Geschichten hören...

In der Bar angekommen, verstärkt sich dieses Gefühl noch. Wo bin ich? Wann bin ich? Ich vermute irgendwo in den 20er Jahren. Nichts hier ist modern, nüchtern, kühl. Jedes noch so kleine Detail scheint uralt zu sein - von den Gläsern, über die Aschenbecher bis hin zu den wunderschönen Glaskaraffen, die zum Verdünnen des Absinths auf jedem Tisch stehen. Und Absinth ist auch das große Thema dieser Bar. Neben einer besonderen Auswahl im Purausschank, gibt es natürlich auch eine feine Zusammenstellung an Absinthdrinks, erstellt vom Meister himself, Goncalo de Sousa Monteiro.

Überhaupt, die Drinks!
Ich stehe in dem Ruf, ein schwieriger Gast zu sein, was ich selbstverständlich bestreite. Ich bin der Meinung, genau zu sagen (und ich meine wirklich genau) was ich möchte, erleichtert es dem Menschen hinter Bar mich glücklich zu machen.
Bei Goncalo aber ist das nicht nötig, weil alles, ganz einfach alles, was er mir bisher vorgesetzt hat großartig war. Deshalb bestelle ich am Tresen der Admiral's Bar auch eigentlich nur noch Bartender's choice.

Nicht, daß es nicht genügend herrliche Drinks auf der Karte gäbe - ganz im Gegenteil. Ich hatte noch nie eine Karte in der Hand, deren Seiten so von süßen Verlockungen strotzten, wie diese. Moderne Interpretationen großer Klassiker, vergessene Schätze, sowie Eigenkreationen des großen Meisters überzeugen ganz schnörkellos und unpretentiös. Hier gibt es keinen neumodischen Schnickschnack und kein großes Tamtam. Es wird kein seelenloser Alkohol in Saft, Sirup und Limonaden ertränkt. Die Drinks überzeugen durch die Qualität ihrer genauestens gewählten Zutaten, die alle dazu dienen, den Charakter der Spirituose und des Drinks besser hervorzuheben.

Ihr merkt schon, ich bin ein Fan! Aber bevor ich mich vollends im Schwärmen verliere, hier noch ein paar Fakten:

Die Admiral's Absinth Bar befindet sich im Admiralspalast in der Friedrichstraße 101/102 in Berlin.
Geöffnet ist sie täglich ab 18.00 Uhr.

Ach ja, noch ein kleiner Tipp für alle, die zum ersten mal hingehen: Zur Bar gelangt ihr durch den großen Torbogen und im Innenhof scharf links die Treppe runter. Ja, es sieht aus wie eine Kellertreppe und nein, es hängt kein Schild darüber. Das hängt erst über der dunklen Tür im Keller, die zwar keinen Türgriff hat, aber eine Klingel.

Mit diesem Wissen gerüstet, solltet ihr euer Ziel sicher ereichen.

Wer etwas über die Geschichte des Hauses erfahren möchte, dem seien folgende Links empfohlen:


http://de.wikipedia.org/wiki/Admiralspalast

http://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?set=1&p=61&D1=Schweitzer&D2=Heinrich&D3=Admiralspalast%2C+Berlin


P.S. : Fotos werden nachgereicht!

1 Kommentare:

Goncalo hat gesagt…

Ihr Gefallen freut mich sehr, liebe Frau Schneider.

Ach, und der Meister ist in München. In Tokyo gibt es auch noch zwei, drei. Ich bin nur Bartender, oder Gonçalo.

Auf Bald.

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